My trip to England - it`s time for an adventure!

9 months in Surrey

 
23April
2018

Von London nach Irland zurück nach Weybridge - die Osterferien! :-)

"One day you'll leave this world behind, so live a life you will remember."- Avicii

(Eines Tages wirst du diese Welt hinter dir lassen, also lebe ein Leben, an das du dich erinnern wirst.)

Das Zitat von Avicii habe ich aus zwei ganz bestimmten Gründen für meinen neuesten Blogeintrag gewählt. Zum einen ist der schwedische DJ, dessen Musik mich durch viele Jahre begleitet haben und dessen Musik ich sehr bewundert habe, vor ein paar Wochen verstorben. Gerade einmal mit 28 Jahren ist der junge Musiker von uns gegangen. Eine Nachricht, die mich sehr geschockt hat. Sein Zitat stammt aus dem Song "The Nights" und passt sowohl zu seinem viel zu frühen Tod, als auch zu meinem Leben. Klingt etwas komisch im ersten Moment, doch Avicii wusste, dass jeder von uns irgendwann einmal die Erde verlässt und hat größenteils ein tolles Leben geführt. Auch für mich ist dieser Spruch zu einer Art Lebensmotto geworden, denn ich möchte so viel wie möglich erleben und nichts am Ende meines Lebens bereuen. Ich will die Welt entdecken, wunderbare Menschen kennenlernen, Spaß haben, ja auch mal Dummheiten machen über die man später lachen kann....ich will das Leben spüren!

Wie ihr bereits wisst, hatte ich vor einer ganzen Weile 2 Wochen Urlaub, und zwar die letzte Märzwoche und die erste Aprilwoche. Ich kann mich wirklich glücklich schätzen so viel Urlaub zu haben, denn ich bekomme ihn zwar nicht bezahlt, aber ich könnte viele Orte gar nicht sehen ohne ihn, da vieles einfach zu weit weg ist für ein Wochenende. An meinem ersten Wochenende bevor mein Urlaub los ging, fuhr ich am Sonntag mit meiner Freundin Margaux nach Dover. Dort haben wir uns das Dover Castle und die berühmten Kreidefelsen von Dover angeguckt. Die Burg war wirklich gigantisch und sehr mittelalterlich, während der Klippen einfach nur beeindruckend waren. Es waren gar nicht mal so sehr die Klippen selbst, aber einfach nur auf ihnen entlang zu wandern und dabei direkt das blaue Meer neben sich zu haben. Das war einfach dieses Freiheitsgefühl, welches einem das Meer gibt, und das hatte ich schon fast ein bisschen vermisst. Wir hatten einen tollen Tag in Dover, aber waren vom ganzen Laufen und Wandern am Ende ganz schön geschafft. tongue-out

Meinen ersten Urlaubstag, den Montag, entspannte ich mich nur und fuhr lediglich nach Walton um noch die letzten Besorgungen für die Ostergeschenke zu machen. Dienstag war es dann endlich soweit. Meine beste Freundin und ihre Mutter kamen mich in London besuchen! Wie ihr wisst, hat mich Angi im Januar schon einmal besucht, aber da sie mich nochmal besuchen wollte und ihre Mutter noch nie in London war, kamen beide für ein paar Tage nach England. Am Dienstag ging leider erst alles schief, da meine Züge vormittags alle gestrichen wurden! Erst machte es mich total traurig und wütend, da uns so ja weniger Zeit in London blieb. Doch statt noch Stunden zu warten, nahm ich dann ein Taxi nach Wimbledon und fuhr von dort aus mit der U-Bahn. Wer sich jetzt fragt ob ich zu viel Geld habe: Nein definitiv nicht, aber es war mir einfach sehr wichtig, die beiden so früh wie möglich zu sehen. Mit etwas Verspätung traf ich dann in London ein und war total glücklich die beiden zu sehen. Zu meiner großen Überraschung haben sie mir mit dem Flugzeug meine Lieblingskäsewürfel aus Deutschland importiert. Ich habe mich sooo sehr gefreut, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Als erstes zeigten Angi und ich ihrer Mutter den Portobello Market und danach ging es weiter mit den Sehenswürdigkeiten, wie u.a. die Houses of Parliament, das London Eye, den Buckingham Palace und die Tower Bridge. Abends waren wir dann noch in einem italienischen Restauarant von Jamie Oliver essen. Die Atmosphäre in dem Restaurant war toll und das Essen super lecker. smile

Am Mittwoch ging es dann zum etwas weiter entfernten Camden Market, da dieser einer meiner Lieblingsmärkte ist und ich ihn unbedingt Angi zeigen wollte, weil ich weiß, dass sie Märkte total mag und dieser wirklich außergewöhnlich ist. Mit dem Wetter hatten wir leider kein Glück, aber da wir diesmal etwas weiter gegangen sind, habe auch ich festgestellt, wie groß und vielfältig der Camden Market ist. Man findet dort wirklich alles, und vor allem Essen aus allen Ländern der Welt. Wenn in den nächsten Wochen mal wieder schönes Wetter ist, dann möchte ich dort auf jeden Fall nochmal hin und etwas von dem leckeren Essen probieren und einfach mich dort für ein paar Stunden treiben lassen. Am frühen Nachmitag schauten wir uns dann London von oben an, in dem berühmten Sky Garden. Auch für mich war es das erste Mal dort, und obwohl es draußen sehr regnerisch war, hatte man eine fantastische Aussicht und hat sehr viele Sehenswürdigkeiten von oben gesehen. Es war wirklich toll dort oben und ich empfehle es jedem, der in seinem Leben nochmal nach London möchte für ein paar Tage. Am Abend waren wir dann noch bei einem Mexikaner am Leicester Square, weil wir alle drei mexikanisches Essen lieben. Und ohne Spaß: Ich habe dort den besten Burrito meines Lebens gegessen. Spät abends war ich dann in Weybridge auf einer Osterparty, die von meiner Sprachschule organisiert wurde. Wir suchten draußen nach Ostereiern, denn bei den Engländern ist es Tradition, dass Schokoladeneiern in allen möglichen Größen draußen oder im Haus versteckt werden und die Kinder suchen sie dann mit einem Körbchen in der Hand. Margaux und ich landeten mit unseren vielen Schokoeiern auf dem 2.Platz. Es war zwar ein recht kurzer, aber lustiger Abend, der mir sehr wichtig war, da meine Au Pair Freunde und ich uns darauf für die nächsten 3 Wochen nicht sehen konnten.

Donnerstag war dann der letzte Tag für Angi und ihre Mutter in London, und so trafen wir uns vormittag nur noch um in das Hard Rock Café zu gehen und zum Oxford Circus zu fahren. Am frühen Nachmittag war es leider auch schon Zeit Abschied zu nehmen und ich muss sagen, ich fühlte mich danach ziemlich leer. Es regnete, ich war allein und wusste, dass ich die beiden erst im Juli wiedersehen werde. Um mich abzulenken und noch etwas sinnvolles in London zu machen, habe ich mir anschließend die gesamte National Gallery am Trafalgar Square angeschaut. Und wenn ich sage "die ganze" dann meine ich das auch so. Ich war in jedem einzelnen Raum dieser riesigen Kunstgallerie (auch wenn ich mich gar nicht soo sehr für Kunst interessiere) und habe dabei zum Beispiel auch das berühmte Bild "Sunflowers" von Vincent van Gogh gesehen, und zwar das Original! laughing

Nachdem ich Freitag einen Ruhetag eingelegt habe, bekam ich dann am Samstag schon wieder Besuch. Diesmal von meinem Papa und seiner Freundin aus München. Ab Sonntag stand ja unser gemeinsamer Urlaub in Irland an, aber davor wollten die beiden sich London nochmal anschauen, da sie zwar schon einmal da waren, es jedoch schon einige Jahre her ist. Am Nachmittag trafen wir uns an der Tower Bridge, und etwas später fuhren wir gemeinsam mit dem London Eye. Das war etwas, dass auch auf meiner Bucket List stande, aber keiner mit mir machen wollte, weil es für sie "Geldverschwendung" sei. Ich hatte allerdings einen Rabatt Coupon und da die beiden sowieso schon immermal mit dem London Eye fahren wollten passte das super. Wir hatten den Zeitpunkt auch super abgepasst, denn kaum unten wieder angekommen fing der Regen an und hörte auch sobald nicht auf. Abends ging es dann noch in ein leckeres Burger Restaurant und dann sahen wir uns am nächsten Tag wieder. Wir hatten Sonntag leider nicht viel Zeit, da wir um 16 Uhr schon am Flughafen sein mussten, also versuchte ich meinem Papa und seiner Freundin Anke London die wichtigsten Orte sofern es mnöglich war zu zeigen. Es war leider sehr stressig für uns alle, weshalb die beiden entschieden irgendwann nochmal wiederzukommen und dann auch etwas länger zu bleiben.

Abends war dann der Moment gekommen. Wir flogen nach Belfast um für die nächsten 7 Tage Irland zu erkunden. Ich freute mich schon ewig darauf und war auch im Flugzeug ganz gespannt darauf, was die nächste Woche so bringen wird. Den Montag verbrachten wir damit, die Haupstadt Nordirlands, Belfast, zu erkunden. Mit dem Wetter hatten wir leider total Pech, denn es regnete wirklich von früh bis spät. Trotzdem blieben wir tapfer und haben uns alles Wichtige angeguckt, angefangen vom riesigen und beeindruckenden Rathaus, über die Waterfront Hall, den "Big Fish" und den Victoria Square, bishin zum Titanic Quater. Ich dachte zwar am Anfang ein Tag würde nicht reichen um einen guten Eindruck von Belfast zu bekommen, aber ich wurde im Laufe des Tages vom Gegenteil überrascht. Unseren erste richtigen Irland Tag auch ordentlich ausklingen zu lassen, gingen wir abends in einen Pub, so wie es die meisten Iren jeden Tag machen. wink

Dienstag, also an unserem zweiten Tag, wollten wir dann den Rest Nordirlands erkunden. Deshalb hatten wir eine Bustour gebucht, die als ersten Halt am berühmten "Giant's Causeway" machte. Wem das nichts sagt, es handelt sich dabei um eine UNESCO-Welterbestätte an der Nordküste Irlands und ist so ziemlich das sehenswerteste dort. Er besteht aus ca. 40.000 Basaltsäulen und ist vorallem durch die Serie "Game of Thrones" bekannt. Es hat dadurch auch nur von Touristen gewimmelt, aber die Reise dorthin hat sich sowas von gelohnt. Es ist wirklich atemberaubend was die Natur so alles schaffen kann und ich fande es dort sehr beeindruckend. Der einzige "Störfaktor" war der starke Wind und die Kälte, aber das gehört eben auch zu Irland dazu. Auf dem Rückweg haben wir u.a. noch an der "Old Bushmills Distillery" , vor der kleinen Insel "Carrick-a-Rede" und am "Carrickfergus Castle" angehalten. Nach unserer langen Bustour haben wir abends wieder einen Pub besucht und diesmal habe ich mich auch mal entschieden ein Bier zu trinken, denn das gehört ja irgendwie zu einem Irland-Urlaub dazu. Es war ganz in Ordnung, aber mein Papa und ich waren uns einig: Zum großen Biertrinker werde ich in diesem Leben nicht mehr. tongue-out

Den Mittwoch könnte man sogesehen als Ruhetag und als Halbzeit unseren Urlaubs sehen, auch wenn die Hälfte noch gar nicht rum war. Der Grund warum ich den Tag aber so sehe ist, dass wir hauptsächlich nur die zweite Etappe unserer Reise angetreten sind, denn wir fuhren mit dem Bus von Belfast nach Dublin, und somit verließen wir Großbritannien und kamen nach guten 2 Stunden in Irland an. Den Rest des Tages haben wir nur noch unser Hotel gesucht und sind essen gegangen. Am nächsten Tag haben wir dann die Hauptstadt Irlands, Dublin, erkundet und all den schönen Sehenswürdigkeiten, wie z.B. die interessante "Samuel Beckett Bridge", das historische "Trinity College", den schönen "St. Stephen's Green" Park und natürlich die wichtigen "St. Patrick's Cathedral. Nicht zu vergessen ist jedoch das Temple Bar Viertel, indem es nur so von Pubs wimmelt. Jeder Pub sieht von außen anders aus und es befindet sich wirklich ein Pub am nächsten. Diesen Teil von Dublin fande ich mit am schönsten, denn es war sehr bunt und lebendig dort und man konnte sich gar nicht entscheiden in welchen Pub man als erstes möchte. Auch an diesem Abend haben wir uns wieder in einen Pub begeben und man muss sagen, der Unterschied zu Belfast war deutlich zu erkennen. Viel mehr Menschen, viel bessere Stimmung und es gab sogar irische Livemusik und ein professionelles irisches Tanzpaar. An diesem Abend habe ich die irische Kultur wirklich mit dem Herzen gespürt und wir alle bekamen dieses wundervolle und fröhliche "Irland feeling". laughing

Freitag haben wir uns dann vormittags das "Dublin Castle" von innen angesehen, und es gab wirkich ein paar schöne Räume zu betrachten, beispielsweise war einer komplett in blau und gold gestaltet, was sehr königlich und edel wirkte. Am nachmittag sind wir dann zur nicht weit entfernten Halbinsel "Howth" gefahren. Dort hatten wir das Ziel zum Leuchtturm zu laufen uns zurück, aber das war weiter als gedacht. Mit viel Geduld und Kraft haben wir den Aussichtspunkt zum Leuchtturm aber noch erreicht und haben uns dann wieder auf den Rückweg gemacht. Diesmal haben wir mal keinen Pub Abend gemacht, weil wir am nächsten Morgen seeeehr früh aufstehen mussten, und das fiel gerade meinem Papa, der Langschläfer ist, ziemlich schwer. Samstag früh klingelte dann gegen 6 Uhr der Wecker und um 8 ging auch schon unsere zweite Bustour los. Diemal ging es an die an der Westküste gelegenen "Cliffs of Moher", das ist quasi DER Ort den man gesehen haben muss wenn man nach Irland fährt. Es dauert zwar von Dublin einige Stunden bis man dort ist, aber es lohnt sich sowas von. Die Klippen sind riesig und das wohl atembraubenste und schönste was ich je gesehen habe. Ich konnte mich gar nich satt sehen daran. Also an alle, die in ihrem Leben nochmal vorhaben nach Irland zu fliegen: schaut euch unbedingt die "Cliffs of Moher" an. Mein absoluter Lielingsort in Irland! Leider war damit unsere Woche auch schon um, aber es war schön das Highlight am letzten Tag zu haben. Abends haben wir es uns natürlich nicht entgehen lassen nochmal in einen Pub zu gehen und mit Livemusik und toller Stimmung das Ende unserer aufregenden Reise zu feiern. smile

Am Sonntag frühstückten wir noch in Ruhe und dann ging es für mich auch schon wieder zurück nach London (Weybridge) und für meinen Vater und seine Freundin nach München. Auch dieser Abschied fiel schwer, denn wir hatten eine wirklich tolle Zeit in Irland. Aber die Erinnerungen bleiben ja. Einen Tag später war mein Urlaub auch schon zu Ende und ich hatte nun die Aufgabe, die nächsten 5 Tage auf meine Gastkinder aufzupassen. Ich hatte anfangs wirklich Respekt davor, denn die längste Zeit, die ich sie bis jetzt hatte waren 2 Tage und danach war ich schon vollkommen fertig. Was sollte das also nun werden? Ich kann mit großer Erleichterung sagen, dass es besser und schöner war als ich es erwartet hatte. Da Jasmine ab Mittwoch auf eine Art Klassenfahrt gefahren ist, hatte ich die beiden auch diemal nur 2 Tage. Wir haben viel zusammen gespielt, haben einen Film zusammen geschaut und da die beiden ja schon recht groß sind haben sie sich ab und zu auch mal allein beschäftigt, während ich gekocht oder geputzt habe. Die beiden waren auch an sich nicht so anspruchsvoll und anstrengend wie sonst, was es für mich um einiges einfacher gemacht hat. Am Dienstag habe ich sie sogar dazu bekommen zum Supermakrt zu laufen (sie HASSEN es zu laufen) und wir haben dabei Wahrheit oder Pflicht gespielt, wobei wir richtig viel Spaß hatten. Gerade Jasmine war von meinen "Wahrheiten", was vorallem Geschichten aus meiner Kindheit waren (also was ich so für Dummheiten angestellt habe) so begeistert, dass ich ihr meine Stories abends während sie gebadet hat noch erzählen sollte. Zum ersten Mal habe ich gespürt, dass sie sich wirklich für mein Leben interessiert und das hat mich natürlich sehr gefreut. Im Übrigen liebt sie meine Geschichten bis heute noch! laughing

Ab Mittwoch war ich dann für die nächsten 3 Tage mit Malachai allein, und das kann manchmal echt schwierig sein, da er jetzt in die Pubertät gekommen ist und kein Bock auf nichts hat. Zu meinem Glück hat er sich aber an zwei Tagen sogenannte "playdates", also Treffen mit Freunden, organisiert. Das hieß für mich: etwas Ruhe und Freizeit, aber auch Zeit um das Haus zu putzen. Und wenn Malachai und ich dann doch mal alleine waren, dann konnte ich ihn immerhin überreden Filme mit mir anzuschauen. Im Endeffekt war die Woche mit meinen Gastkindern also viel besser und entspannter als erwartet und unsere Beziehung zueinander ist wieder einmal besser und enger geworden. smile

Es waren also 3 aufregende und schöne, aber vollkommen unterschiedliche Ferienwochen und ich bin dankbar für jede einzelne. Es tut mir im Übrigen leid, dass ihr so lange nichts mehr von mit gehört habt und mein Blog etwas eingeschlafen ist, nur ich habe im Moment immer etwas vor und abends fehlt mir einfach die Motivation. Ich gebe aber mein Bestes bis zum Schluss durchzuhalten und in den kommenden 2 Monaten noch ein paar Mal was von mir hören zu lassen.

Alles Liebe, eure Jasmin ♥

Besuch von Angi und Katrin City Hall Belfast Irland Reise mit meinem Papa und seiner Freundin Anke Giant's Causeway Dublin Temple Bar Irischer Abend Cliffs of Moher

30März
2018

Zwischen Schnee, Reisen & Ausflügen und Abschieden

"If you never go, you'll never know." (Wenn du nie gehst, wirst du es nie wissen.)

Hallo ihr Lieben,                                                                                                                                                    Auch diesmal hat es wieder eine Weile gedauert bis zu meinem jetzigen Blogeintrag, aber in den letzten Wochen ist so viel geschehen und es war oft so stressig, dass ich leider keine Zeit gefunden habe. Doch wie ihr wisst ist auf mich Verlass und so möchte ich euch nun erzählen, was die letzten Wochen so los war. Nur noch kurz zu meinem Zitat. Viele Menschen haben Wünsche und Träume im Leben, aber leider finden sie immer wieder eine Ausrede um sie nicht zu verwirklichen. Mein Traum war es seit vielen Jahren ein Auslandsjahr zu machen, um einfach die Erfahrung zu haben, eine andere Kultur und neue Menschen kennenzulernen und um daran als Mensch zu wachsen. Auch ich hätte viele Ausreden finden können, wie z.B. dass ich eigentlich gar nicht genug Geld habe oder es besser wäre gleich mit dem Studium anzufangen und so weiter. Es gab auch bei mir gewisse Menschen, die nicht an mich geglaubt haben und sagten ich würde es am Ende eh nicht machen. Doch hat mich das davon abgehalten es zutun? Nein! Ich bin arbeiten gegangen um mir meinen Traum zu verwirklichen und ich habe die Wut über die Leute, die nicht an mich geglaubt haben, in Stärke umgewandelt. Ich wollte gerade diesen Menschen beweisen, dass ich nicht nur rede, sondern es auch mache. Und jetzt seht mich an. Ich lebe seit fast einem halben Jahr im Ausland, bin sehr glücklich, erlebe die Zeit meines Lebens und das Wichtigste: Ich lebe meinen Traum! Also an alle da draußen, die Träume haben und glauben sie werden sich nie erfüllen: das ist Quatsch. Jeder Mensch kann seinen Traum leben, man muss nur an sich glauben und hart dafür arbeiten. Wenn ich nie ins Ausland gegangen wäre, hätte ich nie diese wundervolle Erfahrung gemacht und hätte nicht all diese wunderschönen Orte gesehen, an denen ich bereits war. smile

 In meinem letzten Blogeintrag ging es um meinen Winterurlaub im Februar und jetzt habe ich schon wieder Osterurlaub. Wie schnell die Zeit vergeht, das ist einfach unglaublich. Ich werde nun also versuchen, euch von den vergangenen 5 Wochen zu erzählen und dabei dafür zu sorgen, dass der Eintrag nicht seitenlang wird. Ob mir das jedoch gelingen wird ist eher fraglich. Meine erste Arbeitswoche nach meinem Urlaub war recht entspannt und auch das Wochenende habe ich nach meinen aufregenden Reisen nach Liverpool und Leeds ruhiger gestaltet. Am Samstag habe ich mir das Westminster Abbey von innen angeschaut, um mal wieder etwas von meiner Bucket Liste zu machen. Wie ihr bestimmt wisst haben dort Kate und William geheiratet und die Queen wurde dort gekrönt. Es war sehr beeindruckend in so einem histroisch wichtigen Gebäude zu sein und auch die Architektur war eindrucksvoll. Danach war ich noch mit Anissa in der Tate Modern, einer Gallerie für moderne Kunst. Ganz ehrlich, die moderne Kunst ist wirklich nichts für mich. Während andere Besucher wahrscheinlich nach dem schönsten Kunstwerk gesucht haben, war ich eher auf der Suche nach dem Lustigsten. Allerdings hatte man von einem Restaurant, das sich auch in der Tate befindet, einen tollen Ausblick auf die City of London mit der St. Paul's Cathedral. Dafür hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Nachdem wir noch eine leckere Bubble Waffle verspeist haben sind wir zu Margaux gefahren. Sie hatte mal wieder sturmfrei und so haben wir uns abends Burger selbst gemacht mit Süßkartoffelpommes, haben einen Film geschaut und bei ihr übernachtet. Am Sonntag musste Anissa vormittags wieder los und so sind Margaux und ich noch mit ihrem Hund Toffee Gassi gegangen und anschließend nach Walton gefahren, um ein bisschen in die Geschäfte zu schauen.

In der nächsten Woche (letzte Februarwoche) war es dann wieder stressiger, viel stressiger um ehrlich zu sein. Anfang der Woche war davon noch nichts zu ahnen, ich bekam ein großes Päckchen auf das ich mich schon lange gefreut hatte: Osterpost von Mama. Sie schickte mir Sachen, die mir hier mittlerweile gefehlt haben, wie z.B. meinen kuscheligen Bademantel, aber auch deutsche Süßigkeiten und sogar eine deutsche Zeitung für etwas "deutsche Bildung". Dienstag und Mittowch fing es dann an ziemlich viel zu schneien. Grundsätzlich ist Schnee ja keine Sensation, aber da in England im Winter so gut wie kein Schnee liegt, und wenn dann nur ein paar Zentimeter, war es eben wie ein Wunder. In den ersten Tagen wurden nicht mal Schneemobile genutzt um die Straßen frei zu räumen. Am Mittwoch lag dann schon einiges an Schnee und so brauchte meine Gastmutter doppelt so lang zu Arbeit wie sonst und ich brachte Jasmine zu Fuß zur Schule. Sie sagte, es sei das erste Mal, dass sie gerne zur Schule läuft und der beste Weg zur Schule, den sie je hatte. Die Kinder waren auch allgemein total glücklich über den Schnee, denn es hat hier wohl seit 5 Jahren nicht mehr wirklich geschneit und Jasmine erzählte mir auch, dass sie in ihrem ganzen Leben noch nie so viel Schnee gesehen hat. Auch ich freute mich natürlich über den Schnee, da ich den Schnee in Deutschland ja verpasst habe, aber für mich war es eben nicht so eine Sensation weil bei uns ja eigentlich jedes Jahr recht viel Schnee liegt. wink

Donnerstag (01.März) gingen der Stress und das Chaos dann aber richtig los. Frühs um 6 kam Jasmine auf einmal in mein Zimmer gestürmt und berichtete mir überglücklich, dass sie Schule heute ausfällt. Da ging der Tag schon mal gut los, denn ich war noch nicht einmal wach. Sie und Malachai stürmten unglaublicherweise 6.30 Uhr in den Schnee während ich mit dem Gedanken zu kämpfen hatte, was ich jetzt den ganzen Tag mit den beiden anstelle. An sich habe ich mich ja für die zwei gefreut, denn so hatten sie auch mal was vom Schnee und ich finde es auch toll, dass sie sich für solche Kleinigkeiten wie Schnee so begeistern können, aber für mich als ihr Au Pair hieß es eben viel mehr Arbeit und Stress als sonst. Meine Gastmutter fragte mich natürlich freundlicherweise ob es okay für mich ist bis abends auf die Kinder aufzupassen aber was soll ich sagen. Es gehört leider zu meinem Job an Tagen wie diesen flexibel zu sein, also hätte ich schlecht Nein sagen können. Ich finde es auch immernoch übertrieben wegen ein bisschen Schnee gleich alle Züge zu streichen und die Schulen zu schließen, aber das sind eben die Engländer. Sicherheit geht über alles und Schnee stellt irgendwie eine Art Gefahr da. An sich hätte es mich auch nicht gestört auf die Kinder aufzupassen, aber Donnerstag ist mein "Putztag" wo ich die Bäder putze und die Böden überall wische und sie erwartet eben dass ich dann sowohl das mache und mich gleichzeitig um die Kinder kümmere. Und das ist so gut wie unmöglich, gerade da Jasmine am liebsten möchte, dass ich die ganze Zeit was mit ihr mache. Ich habe den Tag aber irgendwie überlebt und ich muss sagen, wir haben auch viel Spaß gehabt. Ich habe zwar die Bäder nur grob geputzt und auch nur den Flur gewischt, aber dafür haben wir draußen einen kleinen Schneemann gebaut und Cupcakes gebacken.

Freitag ging das ganze leider von vorne los. Ich habe innerlich gebetet, dass die Schulen wieder öffnen, aber auch diesmal blieben sie geschlossen, und das obwohl der Schnee schon weniger geworden war. Diesmal war es allerdings noch schlimmer, denn meine Gastmutter hatte eine lange Schicht im Krankenhaus und so musste ich 12h auf die beiden aufpassen und ich kann euch sagen, dass ich am Abend vollkommen fertig war. Malachai war bis nachmittags bei einem Freund, also haben Jasmine und ich etwas für Melanie zum Muttertag gemalt (auf eine kleine Leinwand), wir haben Pizza selbst gemacht (die sie leider nicht wirklich mochte) und wir haben "Charlie und die Schokoladenfabrik" geschaut. Als Malachai dann wieder kam haben wir noch Wii gespielt, zusammen Abendbrot gegessen und einen weiteren Film geschaut. An sich klingt das Ganze nicht so stressig, aber Jasmine hatte viel Energie, hat mir 100 Geschichten erzählt, sich mit mir gekampelt und mich nicht eine Minute alleine gelassen. Und das hat es eben anstrengend gemacht. Meine Gastmutter kam abends gegen 21 Uhr nachhause, gab mir fairer Weise Extrageld weil ich ja mehr gearbeitet habe und ich fiel dann nur noch komplett energielos ins Bett. undecided

Am nächsten Tag, dem ersten Märzwochenende ging es dann auch schon wieder auf die nächste Reise, nach Birmingham mit Margaux. Nachdem mir auffiel, dass ich unsere Unterkunft für den falschen Tag gebucht hatte und schnell ein neues Zimmer über AirBnB gebucht hatte, konnte unser Wochenende auch starten. Auch in Birmingham lag einiges an Schnee und wir hatten leider das Tauwetter erwischt, wodurch an beiden Tagen unsere Füße komplett nass waren. Doch davon haben wir uns die Reise nicht vermiesen lassen. Samstag waren wir im Balaji Tempel (der erste Tempel, den ich je gesehen habe), in der Birmingham Cathedral und am Victoria Square. Abends haben wir dann mal wieder im Wetherspoons gegessen, der beste Ort um leckeres Essen für wenig Geld zu bekommen. Sonntag ging es dann vormittags in die Cadbury World. Cadbury ist sowas wie die Milka Schokolade in Deutschland. Wir haben viel Schokolade bekommen und gegessen, aber abgesehen davon war es sehr interessant so viel über die Geschichte und Herstellung der Schokolade und dessen Vermarktung zu erfahren, aber auch darüber wie sie bekannt wurde. Nachmittags sind wir dann wieder mit dem Bus in das Zentrum gefahren, wo wir uns noch die Symphony Hall, den Chamberlain Square, das Rathaus und das St Martin Bull Ring Platz angeschaut haben. Wie eigentlich immer hatten Margaux und ich eine Menge Spaß und ein aufregendes Wochenende.

Als ich von Birmingham am Sonntag Abend wieder kam, war der Schnee in Weybridge zum Glück komplett geschmolzen, was mich sehr erleichterte aufgrund der Tatsache, dass ich die folgende Woche wieder mehr Zeit für mich, meine Freunde und den Haushalt hatte. Das zweite Märzwochenende (10. und 11.03.) habe ich wieder in London verbracht. Samstag besuchten Margaux, Zoé und ich die Houses of Parliament. Wir machten eine Audio Tour, wobei ich viel über das Parlament von Großbritannien lernte. Es war auch an sich sehr interessant und toll, in den Räumen zu stehen, wo sonst die ganzen Politiker und die Ministerpräsidentin Theresa May sonst immer ihre Sitzungen haben, über Gesetze abstimmen oder auch über die Probleme der Welt und mögliche Lösungen diskutieren. Am Sonntag habe ich mich dann mit meiner deutschen Freundin Katharina in Kingston getroffen. Wir waren shoppen und abends in einem bayrischen Restaurant. Es war total verrückt in England Käsespätzle zu essen, aber sie haben tatsächlich wie in Bayern geschmeckt. laughing

Während der nächten Woche habe ich dann endlich den Dreh raus bekommen, wie mn ein super leckeres und cremiges Mac & Chesse hinbekommt. Samstag hieß es dann Abschied nehmen von meiner Freundin Anissa, die zwei Tage später leider schon wieder in die Schweiz zurück flog. Margaux, Anissa und ich haben am Samstag den St Patrick's Day in London gefeiert mit grünen Haarreifen und Irland Flaggen. Das Wetter war leider nicht ganz so gut aber wir haben trotzdem einige Leute getroffen, die wie wir in Feierstimmung waren und uns freundlich grüßten. Abends aßen wir dann bei Vapiano und danach feierten wir noch ein bisschen in einem überfüllten aber süßen irischen Pub. Der Abschied am Bahnhof fiel uns sehr schwer. Anissa ist die erste von meinen Freunden, die ich hier im Oktober kennengelernt habe und durch unsere gemeinsamen Reisen und Ausflüge ist sie mir sehr ans Herz gewachsen. Natürlich gehört auch das Abschied nehmen zum Au Pair sein, aber wir haben uns schon versprochen, dass wir versuchen uns einmal im Jahr entweder in Frankreich, der Schweiz oder bei mir in Deutschland zu treffen. Falls du das liest Anissa, danke für die tolle Zeit und bis ganz bald! smile Am Sonntag waren Margaux und ich dann noch einmal in London um uns die St Patrick's Day Parade am Piccadilly Circus anzuschauen. Es war ziemlich kalt aber wir haben gut durchgehalten. Danach haben wir uns in der National Gallery aufgewärmt und waren dann noch etwas auf dem Trafalgar Square, wo das eigentliche Festival des St Patrick's Day statt fand. Trotz des schlechtes Wetters hatten wir ein schönes (grünes) Wochenende in London.

Momentan habe ich meinen Osterurlaub, der über zwei Wochen geht. Nach den aufregenden und anstrengenden Wochen bin ich ziemlich dankbar dafür. Die erste Woche, in der meine beste Freundin und ihre Mutter mich besucht haben, ist leider schon so gut wie rum. Doch wie ihr mich kennt, steht das nächste Abenteuer für die nächste Woche schon bevor. Wo es diesmal hingeht? Passend nach dem St Patrick's Day geht es in das schöne Irland!!! Mein Papa kommt morgen mit seiner Freundin nach London und am Sonntag fliegen wir schon nach Belfast. Ich bin schon ganz aufgregt und freue mich sehr darauf. In ein paar Wochen werde ich euch dann von meiner letzten Arbeitswoche vor den Ferien, den Besuch von meiner Freundin und ihrer Mutter, meiner Reise nach Irland mit meinem Vater und seiner Freundin, und zu guter letzt von meiner Ferienwoche mit den Kindern berichten. laughing

Ich wünsche euch ein schönes Osterfest und bis ganz bald!

Alles Liebe, eure Jasmin ♥

Sebastian, the snowman Balaji Temple in Birmingham Cadbury World Birmingham Houses of Parliament St Patrick's Day mit Margaux und Anissa                                                                                                                    

 

06März
2018

Durch England reisen - mein wahr gewordener Traum :-)

"Viel zu spät begreifen viele, die versäumten Lebensziele: Freuden, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur. Darum, Mensch, sei zeitig weise! Höchste Zeit ist's! Reise, reise!" - Wilhelm Busch

Nach einer wieder mal längeren Pause möchte ich euch heute mal wieder auf den neuesten Stand bringen. Wie mein Zitat es schon verrät bin ich in den letzten Wochen viel gereist und darum soll es auch in diesem Blogeintrag hauptsächlich gehen. Wie ihr sicherlich schon in einigen meiner Einträge gelesen habt, versuche ich soviel wie möglich zu reisen, denn das war von Anfang an einer der Hauptgründe nach England zu gehen, um mir das Land, also vorallem die wichtigsten und schönsten Städte anzuschauen. Es war also schon immer der Plan gewesen, aber wie ich das ganze Reisen am Ende wirklich finde und ob es mir wirklich gefällt, das konnte ich erst hier vor Ort herausfinden. Nach nun fast 5 Monaten, die ich hier bin, kann ich voller Überzeugung sagen: ICH LIEBE ES! Es gibt viele Leute, die gerne reisen, doch ich habe das Gefühl, dass ich mir nicht nun meinen Traum erfülle, nein, es ist so viel mehr. Es macht mich total glücklich zu reisen, ich fühle mich frei und stecke einfach voller positiver Energie. Man könnte sagen, dass es mich total erfüllt neue Städte zu erkunden und neue Orte zu entdecken. Aber lest selbst was ich in meiner Urlaubswoche so erlebt habe. smile

Vom 12.-16.02.18 hatten meine Gastkinder wieder einmal 'half term' (Winterferien) und da sie ihre freien Tage mit ihrem Vater verbracht haben, hatte ich eine Woche Urlaub. Natürlich bin ich nicht einfach wie manch anderes Au Pair nachhause geflogen, sondern stattdessen habe ich mich dazu entschieden eine Reise zu planen, auf eigene Faust. Am Wochenende bevor es los ging, war ich allerdings erst einmal auf meiner esten Übernachtungsparty im Ausland, hier in England 'sleep-over' genannt. Margaux hatte sturmfrei und so hat sie Zoé und mich eingeladen das Wochenende im Haus ihrer Gastfamilie zu verbringen. Nachdem wir mit Toffee, dem Hund ihrer Gastfamilie, Gassi waren haben wir erst im Morrisons eingekauft und anschließend Pizza selbstgemacht, sogar den Teig. Auf solche Ideen bin ich in Deutschland gar nicht gekommen, aber warum soll man sich eine Pizza kaufen, wenn man sie viel günstiger zuhause selbst backen kann? Zumal es nicht nur kostengünstiger, sondern auch viel gesünder und leckerer ist. Danach haben wir noch einen Film zusammen geschaut und um Mitternacht Karaoke gesungen. Ein sehr gelungener und lustiger Abend unserer Übernachtungsparty! Sonntag haben wir dann ausgeschlafen und die liebe Margaux hat zur Feier des Tages ihr Nationalgericht zum Frühstück gemacht: Crèpes! Das war vielleicht ein Traum, zum Frühstück selbstgemachte Crèpes von einer Französin zu bekommen und dann auch noch mit Nutella und Banane gefüllt. Es war unglaublich lecker und so konnten wir gestärkt in den Tag starten. Nachmittags waren wir noch kurz in Virginia Water, wo es einen kleinen Wasserfall gibt, und abends habe ich meinen Koffer für meine bevorstehende Reise gepackt.

Am Montag, dem 12.02. ging es dann vormittags los. Mein Plan war es nach Liverpool und Leeds zu reisen, da beide Städte auf meiner 'bucket list' stehen und nah beieinander liegen. Normalerweise starte ich meine Trips sehr früh (gegen 7/8 Uhr), doch da ich diesmal eine ganze Woche Zeit hatte um zu reisen, fuhr mein Zug erst gegen 10 Uhr los. Nach 3-4h war ich dann endlich an meinem ersten Ziel angekommen: Liverpool. Ich war schon als ich aus dem Bahnhof rauskam total begeistert von dieser Stadt aufgrund der vielen tollen Gebäude, die man schon auf Anhieb sah. Und da hatte ich noch nicht einmal den schönsten Teil von Liverpool gesehen. Als erstes machte ich mich aber auf den Weg zu meiner Unterkunft, von der ich alles andere als begeistert war. Es handelte sich um ein Gästehaus, das in einer dunklen, dreckigen und schmalen Gasse lag. Der erste Eindruck war also schon mal schlecht. Dann hatte ich wie im Film einen Code mit dem ich in das Haus reinkam, es gab aber keine Rezeption oder igrnedjemanden der sich um die Gäste kümmerte. Das Zimmer war sehr klein und kalt, das Bett nicht gerade bequem. Natürlich dachte ich sofort darüber nach mir eine andere Unterkunft zu suchen, aber als Au Pair hat man einfach nicht so viel Geld und deshalb nahm ich all meinen Mut zusammen und entschied mich dort zu bleiben. Es war ja wirklich nur für die Nächte. undecided

Da es schon dem späten Nachmittag entgegen ging, habe ich nur noch zur Beatles Story besucht. Wenn man Liverpool hört, sollte es vorallem aus einem Grund bei allen klingeln: Liverpool, die Stadt der Beatles. Hier hat sich die Band, bestehend aus John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr nicht nur zusammen gefunden, nein, hier hat auch ihre Erfolgsgeschichte angefangen. Ich komme natürlich nicht aus der Zeit, in der die Lieder populär waren, aber man kennt ja trotzdem ihre Lieder und wenn man in Lieverpool ist gehört der Besuch dieses Museums einfach dazu. Das Museum war sehr anschaulich und es war interessant so viel über die Geschichte der Beatles zu erfahren. Mir hat es auf jedenfall gefallen. Abends bin ich dann nur noch auf mein Zimmer, aber mein Aufenthalt in dem Gästehaus wurde für mich nicht gerade angenehmer. Ich stellte fest, dass ausschließlich Männer in dem Haus lebten, die mich, wenn sie an mir vorbei gingen, anschauten als verspreisen sie mich zum Frühstück (ehrlich!) und nach Drogen rochen. Ja es ist schon etwas gefährlich allein zu reisen, aber wer erwartet auch in so einem Ambiente zu landen. Mit nicht gerade viel Schlaf machte ich mich am nächsten Morgen auf in ein Café um zu frühstücken. Gestärkt mit einem leckeren Porridge, machte ich mich dann auf in das 'Museum of Liverpool'. Eigentlich interessiere ich mich gar nicht so sehr für Museen, aber es regnete und ich fande es eine gute Möglichkeit mehr über die Stadt zu erfahren. Glücklicherweise hörte der Regen gegen Mittag auf und ich schaute mir noch die beeindruckende Kathedrale an (die 7. größte der Welt!), dann eine andere ungewöhnliche Kathedrale namens 'Metropolitain Cathedral' und die Universität an, bevor ich mich dazu entschied mir Liverpool vom Radio Tower aus mal von oben anzuschauen. Ich hatte Glück mit dem Wetter und somit eine atemberaubende Sicht. Danach ging meine Sightseeing Tour natürlich weiter mit dem Rathaus, dem 'Royal Liver Building', der lebensechten Statue der Beatles und dem Albert Dock, einem UNESCO Weltkulturerbe. Liverpool liegt ja am Wasser und genau dort findet man auch die meisten und schönsten Sehenswürdigkeiten. Ich fühlte mich an der sogenannten "Liverpool Waterfront" so wohl, dass ich mehrere Stunden dort verbrachte, auch wenn es ziemlich kalt und windig war. Es war einfach toll den Sonnenuntergang zu beobachten, während man links neben sich tolle Gebäude sieht und rechts neben sich das Wasser hat: einmalig! Abends traf ich mich dann mit zwei anderen Au Pairs, die sich spontan entschieden hatten auch nach Liverpool zu fahren, zum Abendessen bei Nandos, einem sehr bekannten Restaurant hiier in England. laughing

Mittwoch war ja dann, wie sicherlich allen bekannt ist, Valentinstag. Da ich momentan glücklicher Single bin hat mich das nicht wirklich interessiert, und ja, ich besaß sogar den Mut mir in meinem Café vom Vortag einen "table for one" (zu Deutsch: Tisch für einen) zu nehmen. Die Blicke der Bedienung und der ganzen Pärchen entging mir natürlich nicht, aber ich fande es eher lustig als traurig und habe in Ruhe mein Frühstück genossen. Anschließend besuchte ich noch einen kleinen Souvenirshop am Albert Dock (wer mich kennt weiß, dass ich von überall ein kleines Souvenir brauche) und in das Merseyside 'Maritime Museum', ein Museum über die Schiffsfahrt in dem ich u.a. erfuhr, dass die Titanic in Liverpool gebaut wurde und demnach befanden sich dort auch Gegenstände die wirklich auf der Titanic gefunden wurden. Nach diesem Besuch war es auch schon Zeit mit dem Zug weiter zu reisen in das 1,5h entfernte Leeds. Wem diese Stadt nichts sagt, sie liegt weit im Norden Englands und ist die 3. größte Stadt hier. Außerdem habe ich kurz vor meiner Abreise erfahren, dass meine Gastmutter in Leeds studiert hat. Dort angekommen habe ich ziemlich schnell zum Hostel gefunden, was zum Glück eine Rezeption mit Personal hatte und auch nicht in einer dunklen Gasse lag - sehr zu meiner Erleichterung. Diesmal war ich auch nicht allein, meine Freundin Anissa kam von Chertsey (nahe Weybridge) nachgereist. Da sie Montag erst aus der Schweiz wieder kam, entschied sie sich zumindest mit nach Leeds zu kommen. Mittwoch hatte es nur geregnet, weshalb wir den Abend komplett im Hostel verbracht haben.

Am nächsten Tag, Donnerstag, sind wir dann aber früh aufgestanden. Nach einem einfachen Frühstück im Hostel sind wir als erstes zum Kirkstall Abbey gefahren, einer alten Ruine einer Abtei des 12. Jahrhunderts. Es war ein sehr toller und historischer Ort, die Ruine ist sehr beeindruckend und man kann unzählige schöne Bilder machen. Gegen Mittag sind wir dann wieder ins Zentrum mit dem Bus, um uns dort ein paar Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Dazu zählten zum Beispiel das Rathaus, das Leeds City Museum, die Civic Hall und die Universität. Abends aßen wir dann in meinem Lieblingspub, den es glücklicherweise in fast jeder Stadt gibt: Wetherspoons. Nicht nur total günstig, sondern auch super leckeres Essen. Freitag haben wir uns dann noch die St John's Church angesehen, sowie die ganzen Shoppingcentre und Arkaden bestaunt. Wenn man in das Zentrum von Leeds geht, hat man das Gefühl die ganze Stadt ist ein Einkaufszentrum. Viele Arkaden sind schon recht alt und so ist die Architektur und der ganze Aufbau sehr historisch und schön. Wir kauften noch ein paar Sachen und am späten Nachmittag ging es dann auch schon zurück in die Heimat, Weybridge. Es war eine sehr aufregende Woche, die Zeit verging mal wieder wie im Flug, aber dennoch habe ich die Zeit sehr genossen und so viel an Kultur und Sehenswertem mitgenommen wie möglich. smile

Das Wochenende gestaltete sich dann sehr ruhig, da ich erstens genug Geld ausgegeben hatte und zweitens nach dieser Reise eine Pause brauchte. Also lud mich Anissa zu sich nachhause in Chertsey ein, wir bereiteten eine 'Quiche' zu und machten einen Spaziergang im Park. Am Sonntag lief ich dann zu Fuß nach Walton-on-Thames, unererer Nachbarstadt. Kaum zu fassen, aber in meinen 5 Monaten hier war ich schon an so vielen Orten, aber noch nicht in Walton. Ich war total überrascht, dass es dort sogar ein Einkaufszentrum, ganz viele Restaurants und sogar einen McDonalds gab, denn Walton hat gerade einmal 22.000 Einwohner. Ich schlenderte durch ein paar Läden und setze mich ins Costa Café, um meinen geliebten Chai Tea Latte zu trinken. wink

So schnell war die Woche dann auch schon wieder um. Alleine zu reisen ist eine Erfahrung, die man unbedingt einmal ausprobiert haben sollte. Man denkt zwar es wäre langweilig, aber man ist umso besser auf seine Umgebung fokussiert und nimmt alles ganz anders war und vorallem fühlt man sich frei, denn man kann einfach machen was man will, ohne jemanden fragen zu müssen. Was natürlich nicht heißen soll, dass ich meine Reisen mit meinen Freunden hier nicht toll finde (ich habe immer so viel Spaß mit meinen Freunden auf Reisen, und auch sonst). Es war auf jedenfall ein großes Abenteuer, das ich wie immer sehr genossen habe.

Habt eine schöne Woche und bis zum nächsten Eintrag. smile

Eure Jasmin ♥

Liverpool Cathedral Liverpool von oben Jasmin and the Beatles Kirkstall Abbey Anissa und ich Rathaus von Leeds

 

18Februar
2018

Zufriedenheit und Glück - meine Erlebnisse der letzten Wochen

Friends are the people in life that make you laugh a little louder, smile a little brighter and live a little better.  (Freunde sind die Menschen im Leben, die dich ein bisschen lauter lachen lassen, ein bisschen strahlender lächeln lassen und dein Leben ein bisschen besser machen.)

In meinem heutigen Eintrag soll es um meine Erlebnisse in den vergangegen Wochen gehen, und ich kann euch sagen, da ist eine gaaanze Menge passiert. Allerdings werde ich versuchen alles etwas zu kürzen, und so werde ich diese Woche (12.-18.02.) weglassen, denn da hatten die Kinder Ferien und ich begab mich mal wieder auf eine wundervolle und abenteuerliche Reise, aber über diese möchte ich gerne im nächsten Eintrag schreiben. Ihr fragt euch sicherlich, warum ich gerade diesen Spruch über Freundschaft als Einleitung meines Textes gewählt habe. Der Grund dafür ist, dass ich in den letzten Wochen so viel mit meinen Freunden, die ich hier in England kennengelernt habe, erlebte und wir so viel Spaß hatten, dass ich realisiert habe wie wichtig sie für meine Reise und mein Abenteuer sind. Natürlich reise ich auch mal allein oder unternehme etwas allein, aber wenn ich mich mit meinen Freunden hier treffe bin ich einfach glücklicher. Auch wenn wir uns erst seit ein paar Monaten kennen, verstehen wir uns blendend, wir können uns über wirklich alles unterhalten und egal wo wir uns treffen oder was wir unternehmen, wir haben immer eine Menge Spaß. Ich glaube ohne sie hätte ich schon oft Heimweh gehabt und mein Abenteuer England wäre nur halb so schön wie es mit ihnen ist. smile

Diesmal möchte ich aber nicht wie normalerweise mit meinen Erlebnissen anfangen, sondern mit der Situation in meiner Gastfamilie, die sich deutlich verbessert hat. Ich weiß ehrlich gesagt nicht wie es dazu kam, aber meine Gastmutter hat sich um hundert Grad verändert. Es könnte natürlich nur eine Phase sein, aber ich bin recht zuversichtlich, dass es auch so bleibt. Seit meiner ersten Arbeitswoche in der ich viel gezweifelt habe und nicht gerade glücklich war, hat sich viel verbessert. Die Kinder sind wieder zugänglicher und reden mehr mit mir und auch meine Gastmutter hat seitdem viel bessere Laune und ist viel offener mir gegenüber. Endlich fühle ich mich auch nicht mehr komisch wenn ich zum Beispiel alleine mit ihr im Haus bin, entweder wir fangen ein Gespräch an oder ich setze mich manchmal zu ihr und wir schauen etwas Fernsehen zusammen. Wer hätte das vor einem Monat gedacht? Sie erzählt mir sogar von der Arbeit, und auch wenn sie ein Meeting hat oder sich mit einer Freundin oder einem Freund trifft berichtet sie mir ausführlicher als sonst davon. Ich bin also nicht mehr aufgeregt in ihrer Nähe, sondern deutlich selbstbewusster und ich sage ihr auch offen was ich zum Beispiel an Lebensmitteln brauche oder meine Meinung, was ich sonst alles für mich behalten habe. Endlich fühle ich mich wie ein Teil der Familie und nicht wie Putzfrau und Kindermädchen in einem. Ihr könnt also beruhigt sein, mir geht es blendend und nach nun über 4 Monaten scheinen wir alle nun endlich ein gutes Verhältnis zueinander zu haben. smile

Nun aber zu meinen Erlebnissen der letzten Wochen. In meiner zweiten Arbeitswoche hatte Jasmine eine Vorführung ihres seit Monaten eingeübten Theatherstückes und das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Es gab zwei Termine und da jedes Kind pro Vorführung nur 4 Leute mitbringen durfte und am Freitag schon Melanie, Malachai und ihre Großeltern zur Vorstellung kamen, entschied ich mich sie mir am Donnerstag anzuschauen. Ich muss sagen es war ein zuckersüßes Theaterstück, ich habe das meiste verstanden und Jasmine hat ihre Zeilen super und sehr selbstbewusst vorgetragen. Sie haben viel gesungen und ich hatte einige Male Gänsehaut vor Rührung, weil alle Stimmen zusammen wirklich toll klangen. Einen Tag später kamen dann die Großeltern der Kinder aus Manchester zu Besuch, die beide sehr lieb sind. Der Großvater ist sehr locker und lustig, wodurch man sich sehr gut mit ihm unterhalten kann, während die Großmutter recht streng und etwas steifer bzw verschlossener wirkt und so war es für mich schwieriger mit ihr zu reden. Als sie am Abend zu dem Theaterstück "Dragon Days" von Jasmine sind, hatte ich den wohl stressigsten Abend überhaupt durch einen kleinen Unfall. Wie jeden Freitag wollte ich die Uniformen und Sportsachen der Kinder waschen, doch als ich die Waschmaschine anstellte und eine halbe Stunde später wieder runterkam, war der komplette Raum voller Wasser. Die Arbeitsfläche, der Boden, unter der Mikrowelle...überall war Wasser. Es kam aus dem vollen Waschbecken, wodurch klar wurde, dass das Rohr verstopft sein musste. Ich stoppte die Waschmaschine und begann alles trocken zu wischen. Ich wollte ja nicht, dass alle nachhause kommen und im Nassen stehen. Es dauerte fast eine Stunde und kostete mich viel Küchenrolle, Handtücher und Nerven, doch glücklicherweise war alles beseitigt bevor die Tür aufging. Trotzdem erzählte ich meiner Gastmutter von der Sache und sie war einfach nur sehr dankbar, dass ich meinen freien Abend dafür geopfert habe alles trocken zu machen, sodass sie es nach der Vorstellung nicht machen musste. Sie bedankte sich gefühlte hundert Mal und ich war echt erledigt, aber auch ein bisschen stolz auf mich. wink

Am Samstag war ich dann mit insgesamt 5 französisch sprechenden Au Pairs, darunter meine mittlerweile sehr guten Freunde Margaux, Zoé und Anissa, in London. Wir starteten unseren Ausflug gegen Mittag und fuhren zum Camden Market. Auch wenn ich schon viele Male in London war, habe auch ich längst noch nicht alles gesehen, und so war ich zum ersten Mal auf diesem Markt. Leider hatten wir nicht viel Glück mit dem Wetter, denn es war nur am regnen, aber trotzdem ist der Camden Market sehr bunt, außergewöhnlich und eindrucksvoll und vom Wetter haben wir uns nicht vergraulen lassen. Der eigentliche Grund warum wir in London waren, war jedoch das "Lumière Festival of Lights", ein Lichterfestival, wo viele bekannte Plätze und Gebäude angestrahlt werden oder kunstvolle Lichtgebilde aufgebaut sind. Es war etwas stressig, da es spät dunkel wurde und so nicht allzu viel Zeit blieb, aber ich denke wir haben das Wichtigste und Schönste gesehen. Auf jedenfall hatten wir einen lustigen Abend zusammen. Sonntag war es noch regnerischer als den Tag zuvor, und so habe ich mich nur mit Margaux in Esher auf einen Chai Latte, mein absolutes Lieblingsgetränk hier, getroffen.

In der darauf folgenden Woche ist nicht viel passiert, nur das Wochenende war traumhaft. Margaux, Zoé und ich sind zusammen nach Manchester gereist von Samstag auf Sonntag. Es war meine zweite längere Reise nach dem Eden Project im letzten Jahr, jedoch meine erste in den Norden Englands. Als wir ankamen regenete es leider, doch wie immer haben wir uns davon nicht abschrecken lassen und sind gleich als erstes zum Rathaus von Manchester und haben hunderte Fotos gemacht. Ich glaube es war mit unser beliebtetes Fotomotiv, denn es war sehr eindrucksvoll und erinnerte etwas an den Big Ben in London. Da wir nach der fast 4 stündigen Fahrt auch ganz schön hungrig waren, ging es als nächstes zum Wetherspoons, ein Pub/Restaurant in England, das mitlerweile zu meinem Lieblingsrestaurant geworden ist, da es nicht nur super leckeres Essen hat, sondern auch unschlagbar günstig ist. Da bekommt man z.B. einen Burger mit Pommes und Softgetränk für nur 5 Pfund, und die Qualität ist um einiges besser als im Mc Donalds. Ich glaube, so ein gutes und günstiges Restaurant gibt es in Deutschland nicht. Im Wetherspoons hatten wir wohl den größten Spaß auf unserer Reise, denn als Zoé ihren Burger schneiden wollte, fiel das gesamte Essen auf ihren Schoß. Nachdem es passiert war konnten wir uns nicht mehr halten vor lachen. Als Margaux dann auch noch eine Tomatenscheibe unter Zoé's Pullover fand, bekamen wir uns gar nicht mehr ein und mir liefen fast schon die Tränen. Auch den Rest des Tages hatten wir 3 verrückten Hühner noch eine ganze Menge Spaß. Wir sahen uns noch die beeindruckende Central Library, die Manchester Cathedral und die atemberaubenden Salford Quays an. Mein Lieblingsort an diesem Tag und auch grundsätzlich in Manchester waren definitiv die Salford Quays, denn es ist das Hafengebiet von Manchester und meiner Meinung nach ähnelt es Hamburg ein wenig, aber ist noch tausend mal schöner mit den ganzen Brücken und Gebäuden dort. Der Höhepunkt und damit der schönste Moment unserer Reise war dann, als wir abends am Ufer standen und die Sonne direkt vor uns hinter einer wunderschönen Brücke unterging. Ich kann gar nicht beschreiben wie glücklich ich war in diesem Moment dort zu stehen. Man könnte sagen, wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wie der Himmel sich strahlend pink und lila färbte und sich im Wasser spiegelte - das war einfach nur atemberaubend schön und ein unvergesslicher Moment. ♥

Die Nacht verbrachten wir in einem Ibis Budget Hotel und auch wenn wir nicht viel schlafen konnten aufgrund des Lärms auf dem Flur, machten wir das Beste aus dem verbleibenden Tag in Manchester. Als erstes wollten wir uns das Wheel of Manchester ansehen, woraus eine weitere lustige Situatuation wurde. Google Maps brachte uns genau an den Ort wo das Riesenrad stehen sollte, aber es war weit und breit keins zu sehen. Wie sich heraus stellte, gibt es das Rad seit 3 Jahren nicht mehr, was aber nur als letzter Satz auf Wikipedia steht. Als wir das lasen mussten wir auch ziemlich lachen, denn wir haben es bestimmt 15 Minuten lang gesucht. Danach gingen wir jedenfalls noch kurz ins Manchester Arndale, einem großen Shopping Centre. Der nächste Stopp war dann die John Rylands Library, eine alte Bibliothek, die ein wenig an eine Kirche erinnert. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann noch in das Viertel Chinatown und wir sahen uns die Universität von außen an. Gegen Abend fuhren wir wieder mit dem Zug nach Hause, mit vielen schönen Erinnerungen, die ja bekanntlich für immer bleiben.

Meine vierte Arbeitswoche im neuen Jahr war die anstrengste, die ich bisher hatte. Insgesamt musste ich 3 Mal abends babysitten, inklusive einem Samstagabend, und den gesamten Donnerstag auf Malachai aufpassen, da er krank war. Ich muss sagen, wenn man es gewöhnt ist, dann macht es einem sicherlich nichts aus, aber da ich meistens nur einmal pro Woche oder gar nicht babysitten muss, war es ziemlich ungewohnt. Am Montag hatte ich für die Kinder Nudeln und Tomatensoße gekocht, was sie zu meiner großen Freude "very delicious" fanden. Donnerstag ist meine Gastmutter ausgegangen, wodurch ich den kompletten Tag für Malachai da sein musste, der krank war und abends auf beide Kinder aufpassen musste. Malachai ist aber schon 12 Jahre alt und damit musste ich nur dafür sorgen, dass er genug trinkt, ihm Mittag machen und sonst eigentlich nur im Haus sein. Ich hatte so viel Zeit, dass ich vormittags einen leckeren Mamorkuchen gebacken habe. Sogar meine Gastmutter probierte ein Stück und auch sie fand ihn köstlich und mochte das Muster in meinem Kuchen. Ich war ziemlich stolz auf mich, denn es ist ewig her, dass ich einen Kuchen gebacken habe und zudem hat Melanie noch nie etwas probiert was ich gemacht habe, da es ihr meistens zu ungesund war. Diesmal aß sie jedoch zwei Stücken und ich war sehr froh darüber, dass es ihr schmeckte. smile

Das erste Februarwochenende verbrachte ich dann mit meinen Freuden in der näheren Umgebung. Samstag waren 5 Franzosen, 1 Schweizerin und ich (Jasmin and the French, wie ich uns gerne bezeichne) tagsüber in Guildford und abends musste ich wieder babysitten. Normalerweise muss ich am Wochenende nicht babysitten, aber sie wurde von Freunden zum Abendessen eingeladen und fragte mich, ob es für mich okay wäre ein paar Stunden auf die Kinder auszupassen. Ich sagte natürlich zu, da ich wusste, dass es eine Ausnahme war und ich sogar ein paar Pfund mehr als Dankeschön bekam. Wir hatten auch einen netten Abend zusammen, Jasmine und ich schauten 'Mathilda' während Malachai auf seinem Zimmer war (im Teenager Alter möchte man auch mal allein sein). Sonntag fuhren Margaux, Zoé und ich dann nach Staines um uns im Kino den Film "The Greatest Showman" anzuschauen. Wir waren total begeistert von dem Film und zu meiner Freude verstand ich auch fast alles. Ein empfehlenswerter Film für alle die auf Movies stehen, in denen viel gesungen wird. wink

Wie ihr seht ist in den letzten Wochen viel passiert und es hat sich einiges zum positiven verändert. Ich bin froh mich jetzt wohler in meiner Gastfamilie zu fühlen und ich bin glücklich so tolle Freunde hier zu haben, die das ganze erst zu etwas Besonderem machen. Ich bin also sehr zufrieden, wobei es hoffentlich auch in der nächsten Zeit bleibt. In meinem nächsten Eintrag geht es dann hauptsächlich um meinen Urlaub, den ich im Norden Englands verbracht habe.

Alles Liebe, eure Jasmin ♥

Camden Market (Anissa und ich) Festival of Lights Rathaus in Manchester Margaux, Zoé und ich im Wetherspoons Salford Quays Atemberaubender Sonnenuntergang

 

31Januar
2018

Besuch der besten Freundin und die erste Arbeitswoche im neuen Jahr

"Die schwierigste Aufgabe, die jeder Mensch zu bewältigen hat, ist die, niemals auzugeben!" -Ernst Ferstl

Ich muss sagen, als ich vor fast einem Monat zurück nach England gekommen bin war ich zwar etwas traurig meine Familie und Freunde wieder zu verlassen, aber ich war voller Vorfreude auf die nächsten Wochen und Monate mit meiner Gastfamilie und freute mich auf das was kommt. Das ich ein paar Tage nach Ankunft aber schon überlege die Familie zu wechseln, weil mich meine Gastmutter teilweise psychisch echt fertig macht und auch die Kinder nicht mehr so zugänglich und einfach sind wie sonst, das hätte ich wohl nicht gedacht. Nach reichlichen Überlegungen bin ich allerdings zu dem Entschluss gekommen, dass ich nicht einfach die Familie wechsle, denn das wäre ja gleichzusetzen mit Aufgeben, und ich habe ja schon einmal erwähnt, dass ich niemals aufgeben werde. Also hieß es für mich in den vergangenen Tagen: Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitermachen.

Ich bin also am 03.01.18 sehr früh am Morgen wieder nach England geflogen, genau genommen um 6.20 Uhr und da ich in Stansted landete, brauchte ich noch ganze 3h bis nach Weybridge. Vom Bahnhof dort wurde ich aber zum Glück von meiner Gastfamilie abgeholt, die alle scheinbar froh waren mich wiederzusehen und mich herzlich in die Arme schlossen. Ich war allerdings so müde, dass ich fast den ganzen restlichen Tag geschlafen habe. Abends holten wir dann endlich unsere Geschenkübergabe von Weihnachten (leider ohne Baum) nach und jeder freute sich über meine Geschenke, und ich mich natürlich auch über ihre. Am nächsten Tag, Donnerstag, war es dann endlich soweit: Ich bekam zum ersten Mal Besuch in England, und dann auch noch von meiner besten Freundin Angi. Ich war überglücklich sie zu sehen, und auch die Kinder mochten sie sehr. Nach einer Hausbesichtigung und ein paar Spielen, wollte ich die Kinder dann dazu bewegen raus zu gehen, damit wir meiner Freundin Weybridge zeigen können. Davon waren sie allerdings gar nicht begeistert, denn es war recht kalt draußen und auch an sich laufen sie beide nicht so gerne. Es war also leider ein regelrechter Kampf sie aus dem Haus zu bekommen. Auch als wir dann die Stadtbesichtigung machten waren Jasmine und Malachai echt anstrengend, denn sie fragten alle paar Minuten wann wir endlich wieder nachhause gehen. Das Ganze tat mir vor allem für meine Freundin leid, denn die Kinder sind normalerweise sind so schlimm wie an diesem Tag, aber ich denke, 3 Wochen Ferien sind vielleicht doch etwas viel. Wir waren allerdings noch im Café Nero und mit einer heißen Schokolade waren die beiden auch schon etwas besser drauf. wink

Abends wurden die Kinder dann von ihrem Vater abgeholt und wir hatten ein wenig Zeit für uns. Wir entschieden uns Ofengemüse mit Rosmarinkartoffen zu kochen und so auch gleich Melanie mit einzuladen, damit diese sich nichts selbst kochen muss und damit Angi sie kennenlernen kann. Leider verlief der Abend dann etwas anders als erwartet. Sie kam nachhause und hatte ziemlich schlechte Laune, vermutlich vom Stress an der Arbeit. Sie begrüßte kurz den neuen Gast im Haus und fragte mich dann wo das Essen sei, welches sie gestern Abend gekocht hatte. Ich erklärte ihr, dass die Kinder und wir das zum Mittag gegessen haben, denn normalerweise sagt sie mir wenn ich etwas nicht verwenden soll. Das Blöde war, sie hatte vorgehabt das zum Abendbrot zu essen, was ich ja nicht ahnen konnte. Entschuldigend bot ich ihr an, dass sie gerne etwas mit uns essen kann und sie antwortete nur genervt, dass sie sich dann lieber nach uns noch was eigenes kocht. Ich war ziemlich geschockt, denn eigentlich ist sie froh, wenn sie mal einen Abend nicht kochen muss, aber diesmal war sie mega genervt und auch sonst sehr schlecht drauf. Auch als ich später nochmal das Gespräch mit ihr suchte, weil ich geplant hatte mit den Kindern und Angi am nächsten Tag nach Guildford zu fahren um Schlittschuh zu fahren, war sie noch schlecht drauf und war grundsätzlich dagegen, angeblich auf Grund des Geldes (es ist wirklich nicht so teuer, weshalb ich das Problem auch nicht verstand). Das Gespräch entwickelte sich dann zu einem ersteren Gespräch und zum Schluss lief ich nur noch weinend in mein Zimmer. War ich vielleicht froh, dass Angi in dem Moment für mich da war! Sie nahm mich in den Arm, tröstete mich und ich konnte mit ihr darüber reden, was ja normalerweise wenn es mir schlecht geht nicht möglich ist, da ich hier ja doch recht alleine bin, bis auf meine Freunde die ein ganzes Stück von mir entfernt wohnen. Zugegebenermaßen macht mich die Art meiner Gastmutter manchmal echt fertig. Sie kann so toll und lieb sein manchmal, aber genauso gut kann sie auch kalt und gemein sein, was sie sicherlich natürlich nicht so wahrnimmt. Manchmal habe ich sogar regelrecht Angst aus meinem Zimmer zu kommen weil ich nicht weiß wie sie drauf ist und wenn sie kocht, möchte sie zum Beispiel sowieso allein sein und nicht gestört werden. An diesem Abend war ich jedenfalls so fertig, dass ich zum ersten Mal überlegt habe, eventuell die Familie zu wechseln.frown

Am Freitag waren Angi, Jasmine und ich dann gemeinsam Schlittschuh fahren in Guildford, da ich mich am Ende doch noch gegen meine Gastmutter durchsetzen konnte. Malachai war in der Zeit mit einem Freund klettern, wozu er spontan eingeladen wurde. So hatten wir einen schönen Mädelstag, der insgesamt deutlich besser war als der Tag zuvor. Während Jasmine schon zu Beginn sehr geübt war hatten Angi und ich etwas Probleme auf der Eisbahn, denn bei uns ist es schon ca. 2 Jahre her, das wir das letzte Mal Schlittschuh gefahren sind. Nach einiger Zeit wurde es aber immer besser, bis wir die Bande dann nicht mehr brauchten und alle sehr viel Spaß daran hatten. Als wir dann abends wieder zuhause waren, kam auch Melanie sehr bald nach und sie war wie ausgewechselt. Sie hatte total gute Laune und fragte uns wie unser Tag war und wollte auch unbedingt, dass wir abends nochmal in einen Pub gehen. Ich bin diese Stimmungsschwankungen ja gewöhnt, auch wenn ich jedes Mal aufs Neue wieder verwirrt bin, doch auch Angi konnte es nicht fassen, dass sie auf einmal so glücklich und gut drauf war. Auch wenn es mir erst etwas unangenehm vor ihr war, bin ich im Endeffekt froh, dass es so gekommen ist, denn es war Angi ja wichtig mein Leben hier kenenzulernen und so hat sich niemand verstellt sondern sie hat in diesen 2 Tagen wirklich mein Umfeld so kennengelernt wie es ist, mit den guten und schlechten Seiten.

Samstag war dann unser London Tag, den wir glücklicherweise zu zweit verbringen konnten. Es war zwar sehr kalt draußen und wir fühlten uns beide gesundheitsmäßig nicht 100% fit, aber wir haben natürlich das Beste draus gemacht. Zuerst haben wir einen kurzen Abstecher zur Westminster Bridge gemacht, wovon man gut die Houses of Parliament und das London Eye sehen kann. Anschließend habe ich ihr ein paar versteckte Orte gezeigt und wir haben dabei den Portobello Market sowie den Covent Garden erkundet. Abends haben wir dann Margaux am Trafalgar Square getroffen und sind mit ihr zum einem mexikanischen Restaurant namens "Wahaca" gegangen, ein Geheimtipp meiner Gastmutter. Nachdem wir Margaux dann verabschiedet haben, sind wir zum Piccadilly Circus gegangen, von wo aus wir an einem Pub Crawl teilgenommen haben. Man geht von Pub zu Pub bzw. von Club zu Club, hat überall freien Eintritt und lernt ein paar nette Menschen kennen. So haben auch wir jemanden kennenglernt, sogar ein Student der ebenfalls aus Deutschland kommt. Da wir Angi's Handgepäckkoffer nur bis abends um 22 Uhr einschließen konnten, haben wir ihn in jeden Club/Pub mitgenommen und so für viel Freude und Aufsehen gesorgt. Wir hießen irgendwann nur noch die "Suitcase-gang" und wir hatten auch wirklich viel Spaß mit dem kleinen Koffer auf der Tanzfläche. Der Grund warum wir den Pub Crawl überhaupt gemacht haben, war, dass ich ihr das Nachtleben von London zeigen wollte und ihr Flug zudem frühs um 7 von Heathrow ging, wobei es zu kompliziert gewesen wäre nachts von Weybridge zum Flughafen zu kommen. Also haben wir die ganze Nacht durch gemacht, denn man ist ja nur einmal jung. Gegen um 3 nachts haben wir noch einen kurzen Abstecher zu Mc Donalds gemacht und schon waren wir mit der U-Bahn auf dem Weg zum Flughafen. Dort angekommen haben wir uns mit einer Tasse Chai Latte kurz ausgeruht und dann hieß es auch schon Abschied nehmen, was mir diesmal umso schwerer gefallen ist. Ich brauchte noch eine ganze Weile um mit der U-Bahn und dem Zug wieder nach Weybridge zu kommen, und um 9 Uhr frühs lag ich dann schließlich völlig erschöpft in meinem Bett. Ja, ich war wirklich zum ersten Mal über 24h wach! Eine Sache, die man mal gemacht haben muss, aber so schnell werde ich das nicht wiederholen. Den restlichen Sonntag habe ich selbstverständlich im Bett verbracht. wink

Meine erste Arbeitswoche ist nun schon etwas her, aber ich erinnere mich, dass ich mich mit 2 deutschen Au Pairs getroffen haben, einmal im Café Aromas und einmal im Café Rouge, welches ganz bei mir in der Nähe ist. Freitag Abend habe ich mich dann mit meinen Mädels Margaux und Zoé getroffen auf einen Burger mit Pommes, denn ich hatte dringenden Redebedarf. Die ganze Woche schon war meine Gastmutter fast schon etwas gemein und man konnte überhaupt nicht normal mit ihr reden. Ich habe zu diesem Zeitpunkt daran gezweifelt ob ich ein weiteres halbes Jahr in dieser Familie leben möchte, habe aber schluss endlich entschieden, dass ich bleibe und hoffe, dass es in den nächsten Wochen besser läuft. Zu meinem Glück und meiner Freude ist es tatsächlich besser geworden, aber dazu mehr in meinem nächsten Blogeintrag (für den ich hoffentlich bald Zeit finde, ich bin ja wirklich ein ganzes Stück zurückgefallen durch meine lange Pause..). Am Samstag bin ich dann mit meiner Freundin Anissa aus der Schweiz zum Hampton Court Palace gefahren, den ich mir länger schon mal anschauen wollte. Das Schloss war wirklich wunderschön und auch die Audio Guide Tour hat mich wirklich interessiert, vorallem das was über Heinrich VIII. erzählt wurde, dem König von England im 16. Jahrhundert, der dort gelebt hatten. Wer mich kennt weiß, dass mich Geschichte normalerweise überhaupt nicht interessiert, aber sein Leben und wie er regiert hat, fande ich überraschenderweise mal nicht langweilig. Sonntag habe ich mich dann mit 4 deutschen Au Pairs in Kingston getroffen. So viele Deutsche auf einen Haufen habe ich hier zugegebenermaßen noch nie gesehen/getroffen. Ursprünglich wollte ich mich mit einer treffen, die mich über Facebook angeschrieben hatte und mich kennenlernen wollte. Sie fragte ob noch eine Freundin mit kann, diese brachte wiederum auch eine mit und so waren wir am Ende 5 Deutsche. Wir waren im Wetherspoons, einem echt günstigen Pub etwas essen und sind anschließend durchs Zentrum gelaufen. Wir hatten insgesamt sehr viel Spaß zusammen und es war schön auch mal wieder in der eigenen Sprache zu sprechen (auch wenn ich Englisch mehr als liebe). laughing

Das wars erst einmal zu meinem Jahresbeginn und für alle wartenden Leser tut es mir wirklich leid, ich habe in den letzten Wochen viel zutun gehabt und einfach nicht die Zeit gefunden meinen Eintrag fertig zu schreiben. Ich werde mich bemühen, meinen nächsten Eintrag bis spätestens in einer Woche fertig zu haben, diesmal dann kurz gefasst über die letzten 3 Wochen.

Einen guten Start in den Februar und alles Liebe, eure Jasmin ♥

Schlittschuhfahren in Guildford mit Angi Pub Crawl in London Mädelsabend in Weybridge Hampton Court Palace mit Anissa Hampton Court Palace

07Januar
2018

Mein Weihnachten und Silvester in Deutschland - Welcome home!

"Erst die Fremde lehrt uns, was wir an der Heimat haben." -Theodor Fontane

Heeey, da bin ich wieder! Erstmal möchte ich euch allen ein frohes neues Jahr wünschen mit vielen tollen Erlebnissen und Momenten. Ich persönlich bin mir sicher, dass 2018 sehr aufregend wird, denn ich habe noch ein halbes Jahr in England, was natürlich mit vielen Reisen verbunden ist, und zudem werde ich dieses Jahr ein Studium anfangen. Wie ihr seht habe ich mich schon seit fast einem ganzen Monat nicht mehr gemeldet, und so ist schon das erste Drittel meines Au Pair Jahres um (3 Monate). Wie die meisten von euch wissen, war ich über Weihnachten und Silvester zuhause in Deutschland, und das wird auch das Hauptthema meines heutigen Eintrages sein. Seid gespannt was ich in dieser Zeit und auch davor noch spannendes erlebt habe! smile

Eine Woche vor Weihnachten, am 16.12. fingen bei Jasmine und Malachai die Ferien an. Zum Glück hatte Melanie am Montag und Dienstag frei, und so musste ich nur den Mittwoch und den Donnerstag mit den Kindern überstehen, denn am Freitag Morgen ging es für mich schon nach Deutschland. Während ich Montag noch einiges im Haushalt machte, hatte ich Dienstag eigentlich komplett frei, und so fragte mich Melanie ob ich mit ihr und den Kindern einen Spielewettkampf machen möchte. Da es selten passiert, dass wir alle zusammen etwas machen, sagte ich sofort Ja. So spielten wir den ganzen Nachmittag Billard (Malachai hat nun einen eigenen Billardtisch), Make&Break (Brettspiel) und Mario Kart auf der Wii. Auch wenn ich zum Schluss auf dem letzten Platz landete, hatten wir sehr viel Spaß und ich fühlte mich zur Abwechslung mal wieder wie ein Teil der Familie.

Mittwoch und Donnerstag waren dann die anstrengsten Tage bis dahin, da ich den ganzen Tag auf die Kinder aufpassen musste. Das größte Problem war, dass sie nicht raus wollten und sicherlich Lust hatten irgendwo hinzufahren, doch mein Nachteil ist eben immernoch, dass ich keinen Führerschein habe, und in Weybridge gibt es eben nichts besonderes. So verbrachten wir beide Tage komplett drinnen, abgesehen von 10 min im Garten zu denen ich sie zum Glück überreden konnte. Wir spielten viel Billard, Monopoly, Wii, Verstecken und vieles mehr, aber sie wollten eben gefühlt alle halbe Stunde was anderes machen und ich hatte zwar einige Ideen, aber so viele dann auch wieder nicht. Wie auch immer, wir haben die Zeit irgendwie gemeinsam umbekommen, aber danach brauchte ich auch wirklich erstmal eine Pause. Die bekam ich glücklicherweise gleich am nächsten Tag, denn es ging für knapp eineinhalb Wochen nach Deutschland in die Heimat. smile

Wie euch vielleicht aufgefallen ist, habe ich nie so richtig von Weihnachten in meinen Blogeinträgen gesprochen. Das liegt daran, dass ich einen Teil meiner Familie mit meinem Besuch überraschen wollte, aber dazu gleich noch mehr. Ich bin also am 22.12. (Freitag) mit über einer Stunde Verspätung nach Deutschland geflogen. Trotz einiger Umstände, wie meinem Personalausweis, der kurze Zeit verschwunden war oder die Bahncard, die ich in England vergessen habe, war ich überglücklich meine Familie und Freunde wiederzusehen, einfach wieder in der Heimat zu sein. Ich glaube es ist kein großes Geheimnis, dass ich meine Heimatstadt Gotha nicht sonderlich mag, aber wenn man erstmal einige Zeit im Ausland ist, dann blickt man anders auf gewisse Dinge und man lernt vieles zu schätzen. Ich bin nach wie vor kein Fan von Gotha, aber dieses Gefühl wieder zuhause zu sein ist unbeschreiblich. Mir hat so vieles gefehlt, angefangen von dem guten Käse, einem richtigen Brot oder Brötchen, das Gefühl auch mal etwas liegen zu lassen ohne sich schlecht zu fühlen, aber auch einfach die Läden in die man sonst mehrmals in der Woche gegangen ist, vorallem aber natürlich die Leute aus der Heimat. Meine Freundin Angi holte mich in Erfurt von Bahnhof ab und uns beiden kamen sofort die Tränen. Sie zählt für mich zu einem der wichtigsten Menschen in meinem Leben und so war die Freude umso größer sie endlich wiederzusehen. Zu meiner Überraschund hatte sie ihre Mutter mitgebracht, auch eine ganz Liebe, die unsere Begrüßung sogar filmte, und sie hatten extra für mich einen Herzluftballon, eine Rose und meine Lieblingskäsewürfel gekauft, die mir so gefehlt haben. Oh mein Gott, ich war so überwältigt und glücklich. Der Grund warum ich in Erfurt ankam war, dass ich unbedingt nochmal auf den Erfurter Weihnachtsmarkt wollte und die beiden erfüllten mir diesen Wunsch. Abends war ich dann zuhause bei meiner Familie, und auch diese hatte eine kleine Überraschung für mich. An unserer Wohnungstür hang ein großes Schild mit "♥-lich Willkomen Jasmin". Alle waren froh mich zu sehen und auch ich war froh wieder zuhause zu sein. Zugegebenermaßen fühlte es sich anfangs aber auch komisch an, denn ich war so lange nicht da gewesen und es fühlte sich so unreal an wieder da zu sein.

Sonntag war dann endlich Weihnachten und ich war schon ganz aufgeregt. Vormittags habe ich mit Mutti noch ein paar Plätzchen gebacken, denn sowas wird in England ja eher weniger gemacht, doch für mich gehört es einfach dazu. Dann schaute ich noch einen Weihnachtsfilm, packte die Geschenke ein und schon war es abends und es war Zeit für die Bescherung. Ich bekam eine Fitnessmatte, die ich mir gewünscht hatte, einen Mandelstollen, viele Süßigkeiten und einiges mehr. Zum Abendbrot gab es wie auch die meisten Jahre zuvor Raclette, was ich mir so sehr gewünscht hatte. Selbstverständlich schauten meine Mutter und ich danach noch "Kevin allein in New York" - ein Muss an Weihnachten! Wir hatten alle einen schönen und friedlichen Weihnachtsabend und es war toll, dass wir alle wieder zusammen waren. smile

Am ersten Weihnachtsfeiertag war es dann soweit - mein Überraschungsbesuch in Tambach stand vor der Tür. Ich hatte meinem Vater, seiner Freundin und meinen Großeltern nichts von meinem Besuch erzählt, denn ich hatte total Lust einen Teil meiner Familie zu überraschen. Schon seit Wochen hatte ich süße Weihnachtspäckchen und Briefe von meinen Großeltern bekommen und auch mein Vater gestand mit nichtsahnend bei einem Telefonat, dass er traurig ist, mich dieses Jahr an Weihnachten nicht sehen zu können. Ich grinste dagegen nur in mich herein und freute mich umso mehr auf die Überraschung. Als ich klingelte schlug mir das Herz dann auch bis zum Hals, denn ich fragte mich wie sie wohl reagieren werden und ich war auch aufgeregt sie alle endlich wiederzusehen. Plötzlich machte meine Oma die Tür auf, ich sprang vor die Tür und schrie "Überraschung!". Ihre Freude war kaum zu übersehen, sie schrie "Das gibt's doch nicht!", sie strahlte bis über beide Ohren, wir umarmten uns eine halbe Ewigkeit und ich glaube sie hat sogar fast ein paar Tränchen vergossen. Auch der Rest der Familie konnte es nicht fassen, dass ich auf aufeinmal vor der Tür stand, aber alle waren überglücklich mich zu sehen. Ich würde sagen: die Überraschung ist mir gelungen! laughing

Oma hatte wie immer tolles Essen gekocht und abends gingen wir dann in Gotha zum Chinesen und aßen fleißig am Buffet. Am zweiten Feiertag kamen dann meine Tante und meine Cousinen aus der Nähe von Berlin zu Besuch. Meine Tante war die einzige die eingeweiht war, aber auch meine Cousinen überraschte ich mit meinem Besuch. Wir machten noch einmal eine Geschenkübergabe (die Geschenke für mich wurden natürlich fast alle nach England geschickt :D), und auch wenn ich nur kleine Geschenke mitgebracht hatte freute sich jeder sehr darüber. Der wohl schönste Satz, den ich hören durfte war "Das größte Geschenk ist doch sowieso, dass du hier bist an Weihnachten". Es ist toll zu wissen, dass man Menschen allein mit seiner Anwesenheit glücklich machen kann und man einigen Menschen so viel bedeutet. Am Abend waren wir dann noch in der Lohmühle essen, ein gelungenes Ende von Weihnachten.

Am 27.12. gingen meine Freundin Angi und ich dann abends zum Arnoldiball in der Stadthalle und die restlichen Tage des Jahres 2017 habe ich mich dann noch mit meinen engsten Freunden getroffen. Es war toll zu erfahren, was sie in der Zeit gemacht haben und wie ihr Leben im Moment aussieht. Am besten war es aber natürlich wieder gemeinsam Zeit zu verbringen und sie wiederzusehen. Am 30.12., dem Samstag, bin ich dann abends noch mit meiner ganzen Familie ins Kino zu "Fack ju Göhte 3" gegangen. Mir war es wichtig, noch einmal etwas mit allen gemeinsam zu machen, bevor wir uns dann wieder ein halbes Jahr nicht sehen und es war auch ein toller Abend.

Silvester habe ich dann mit meinen Freundinnen Angi und Carlotta in Hannover verbracht, da es nicht weit von Hildesheim ist, wo Angi im Moment studiert. So konnte ich sie auch endlich in ihrem neuen Zuhause besuchen, was mir ebenfalls sehr am Herzen lag. Wir kochten uns noch ein leckeres Linsen-Curry mit Reis zum Abendbrot und dann machten wir uns schon die ersten Cocktails. Mit dem Shuttle-Bus ging es dann in den Funpark Hannover und ich muss sagen wir hatten einen unglaublich lustigen und schönen Abend. Mit unseren VIP-Ticketes bekam jeder von uns eine Flasche Sekt und so stoßen wir um 0 Uhr im Club an, dieses Mal für mich zum ersten Mal ohne von 10 runtergezählt zu haben. Am Morgen waren wir dann ziemlich platt und konnten uns anfangs an kaum etwas erinnern. Stück für Stück kam dann unsere Erinnerung wieder zurück und man muss sagen, wir alle hatten einen unvergesslich schönen Abend gemeinsam. smile

Der 3. Januar war dann der Tag an dem es Zeit war Abschied zu nehmem. Den letzten Abend hatte ich mit Angi und ihrer Mutter in Hildsheim verbracht, wo wir im Kino und anschließend im Vapiano essen waren. Um 6.20 Uhr startete dann mein Flugzeug und ich muss sagen, der Abschied fiel mir diesmal nicht allzu schwer, denn ich wurde von Angi zum Flugzeug gebracht, und ich wusste, dass ich sie gleich am nächsten Tag in England wiedersehen werde. Warum? Weil sie mich für 3 Tage in Weybridge besucht hat und sogar bei mir wohnen durfte. Eigentlich wollte ich darüber auch noch schreiben, aber wie ihr gemerkt habt gab es schon so viel über meinen Besuch in Deutschland zu schreiben, und irgendwann muss man auch mal einen Punkt machen. Wie der Besuch von Angi war und was wir alles zusammen erlebt haben, werde ich also auf den nächsten Eintrag verschieben.

Zum Schluss möchte ich meiner Familie und meinen Freunden auch nochmal danken, dass ihr euch alle Zeit für mich genommen habt und meinen Besuch in der Heimat zu etwas Besonderem gemacht habt.

Alles Liebe, eure Jasmin ♥

Begrüßung in Erfurt Weihnachten in Familie Essen beim Chinesen (25.12.) Auf dem Rückflug nach England

13Dezember
2017

Nächste Woche ist schon Weihnachten!!

"If you don't get out of the box you've been raised in, you won't understand how much bigger the world is." - Angelina Jolie

(Wenn du nicht aus der Box herauskommst in der du aufgewachsen bist, wirst du nie verstehen wieviel größer die Welt ist.)

Meiner Meinung nach ist es unglaublich wichtig, dass man sich irgendwann mit Beginn der Volljährigkeit von seinem Zuhause verabschiedet und seinen eigenen Weg geht. Das muss nicht gleich heißen, dass man wie ich für fast ein Jahr ins Ausland geht, nein, es kann auch heißen ein Studium anzufangen und alleine in eine andere Stadt zu ziehen oder anzufangen seine Urlaube alleine zu planen, ohne Mama und Papa. Natürlich weiß ich, dass mir dabei vielleicht nicht jeder zustimmt, denn es gibt unzählige Menschen die, wie man so schön sagt, nie über den Kirchturm hinausschauen wollen, dabei liegt dahinter soviel mehr, und allem so viel Aufregendes. Ich für mich selbst merke, wie wichtig dieser Schritt für mich war meinen eigenen Weg zu gehen und ins Ausland zu gehen. Deutschland, Thüringen, Gotha wird immer meine Heimat bleiben, und trotzdem sehe ich die Welt schon nach meinen 9 Wochen in England mit ganz anderen Augen und ich lerne immer mehr neue und wunderschöne Orte kennen. Und warum? Weil ich meine Box in der ich aufgewachsen bin verlassen habe, und jetzt fange ich an zu verstehen wieviel größer die Welt ist und lerne sie von einer ganz anderen Seite kennen.

Ich möchte euch diesmal versuchen meine Woche etwas kürzer zu schildern als sonst, da meine Blogeinträge ja doch immer ziemlich lang werden am Ende. wink

Mein Montag war wirklich so unspektakulär, dass es nichts besonderes gibt was ich euch berichten könnte, außer dass ich mir einen Halloumi Auflauf gekocht habe zum Mittag. Dienstag habe ich mich wieder mit Sofia auf einen Kaffee getroffen und die Arme hat mir erzählt, dass sie das ganze Wochenende im Bad verbracht hat, weil sie eine Magen-Darm-Grippe hatte. Da ist mir wieder bewusst geworden, wie froh ich sein kann, dass es mich diesen Winter/Herbst noch mit keiner Krankheit erwischt hat, nicht einmal eine Erkältung hatte ich bis jetzt. Am Mittwoch habe ich mich endlich mal wieder mit Celina getroffen, dem einzigen deutschen Au Pair mit dem ich hier befreundet bin. Sie hat mich zu sich zum Frühstück eingeladen und so hat sie mir das Haus gezeigt und wir haben zusammen Smoothies getrunken und Bagel gegessen. Das ganze Haus ist voller Lego, da ihre Gasteltern beide bei Lego in London arbeiten, und so haben sie sogar einen Weihnachtsmann und ein Rentier aus Lego! Ich habe in meinem Leben noch nie SO viel Lego in einem kleinen Haus gesehen. Abends war ich dann mit Margaux, man könnte sagen meiner engsten Freundin hier, bei einem Salsa Kurs in Woking. Dort haben wir die Basics gelernt und schon ein paar komplexe Schritte. Mit unserem super lockeren und lustigen Tanzlehrer Domenik hattten viel auch sehr viel Spaß. laughing

Donnerstag habe ich dann wie immer sehr viel zuhause gemacht, wie die Böden wischen, die Bäder sauber machen oder bügeln. Diesmal habe ich es aber auch noch geschafft Plätzchen zu backen und einen Kartoffelsalat zu machen. Wie ihr wisst ist es ja schon bald Weihnachten und die letzten Wochen bis dahin gehen immer so schnell rum. Da ich dieses Jahr schon nicht mit meiner Familie backen kann, wollte ich es wenigstens selbst versuchen, denn Plätzchen kaufen kann man hier leider nicht und ich wollte wenigstens etwas deutsches Weihnachten haben. Dazu muss ich erwähnen, dass es hier nicht mal Vanillezucker zu kaufen gibt, und so habe ich einen Teig aus Mehl, Butter und Zucker gezaubert, aber das war gar nicht so einfach aus drei Zutaten einen Teig zu machen, jedoch habe ich es geschafft und war am Ende auch echt stolz auf mich. Das zu den Plätzchen, aber ihr fragt euch bestimmt auch warum ich einen Kartoffelsalat gemacht habe. Der war für die Weihnachtsfeier meiner Sprachschule, die wieder im Haus meiner Direktorin statt fand. Jeder sollte etwas typisches zum Essen aus seinem Heimatland mitbringen, und so entschied ich mich für Kartoffelsalat, denn das ist typisch deutsch wie ich finde. Es gab sooo viel zu essen, dass man gar nicht wusste wo man anfangen soll und alles war sehr lecker. Meine Freunde aus Frankreich haben meinen Kartoffelsalat übrigens geliebt, genauso wie ich ihre selbst gemachten Crépes hahaha. UND es gab Glühwein umsonst, nicht wie auf dem Weihnachtsmarkt für fast 7€. Insgesamt ein sehr gelungener Abend und wir hatten wieder viel Spaß und diesmal auch viel Freude am Essen. smile

Da die Kinder bei ihrem Vater waren, konnte ich Freitag schön ausschlafen bevor ich dann zur Sprachschule bin. Nachmittags habe ich dann Jasmine von der Schule abgeholt und zuhause angekommen haben wir erst gemeinsam ihre Hausaufgaben gemacht, Cello geübt und dann wollte sie unbeingt Lego mit mir spielen. Das habe ich schon ewig nicht mehr gemacht, aber es war schön mal wieder die Freuden kleiner Kinder kennenzulernen. Das mit Abstand süßeste an dem Abend war, dass sie mir gesagt hat, dass ich ein sehr liebes Au Pair bin und dass sie mich liebt ("I love you Jasmin"). Da ging mir schon das Herz auf, aber dann hat sie mir abends auch noch voller Stolz ihre Knetefiguren gezeigt, die wirklich ziemlich gut aussehen, und hat mir 2 davon geschenkt, damit ich sie wenn ich wieder in Deutschland bin nicht vergesse und gut in Erinnerung behalte - sooo süß die Kleine!

Am Wochenende habe ich dann mal wieder einen Trip unternommen, diesmal zusammen mit Anissa, meiner Freundin aus der Schweiz. Wir sind Samstag sehr früh mit dem Zug nach Bristol und waren nach ca. 3h gegen Mittag da. Als erstes sind wir ins Zentrum von Bristol gefahren, haben uns in ein Café gesetzt und einen Plan gemacht was wir alles sehen wollen und in welcher Reihenfolge wir das machen. Angefangen haben wir mit einem Besuch der Kathedrale von Bristol, die mich wirklich sehr an die Nortre Dame Kathedrale in Paris erinnert hat von der Architektur her. Sie war sowohl von außen, als auch von innen wunderschön. Danach sind wir dann mit dem Bus zur Clifton Suspension Bridge gefahren, einer langen Brücke, die über einen tiefen Graben verläuft. Dort waren wir dann eine ganze Weile, denn der Anblick war sehr beeindruckend. Leider haben wir ja im Moment, die Jahreszeit in der es schon sehr früh dunkel wird, und so sind wir dann zum Museum und der Kunstgallerie von Bristol gelaufen, während die Sonne schon gegen halb 5 unterging. Eigentlich wollten wir nach dem Museum noch in die Universität von Bristol gehen, aber der Eingang war geschlossen und so entschieden wir uns Sonntag nochmal vorbei zu schauen. Da es draußen wie gesagt schon ziemlich dunkel war, machten wir uns dann auf die Suche nach unserer Unterkunft. Ich hatte ein Zimmer bei Air B&B gebucht, denn die Hotels waren für das Wochenende schon ausgebucht und in ein Hostel wollten wir auch nicht unbedingt. Das Zimmer war etwas außerhalb des Zentrums, aber grundsätzlich sehr hübsch und gemütlich. Abends waren Anissa und ich dann noch in einem kleinen Restaurant in der Nähe unserer Unterkunft und haben Pizza und Mac & Cheese gegessen. In der Unterkunft fiel mir dann auf, dass ich mein Ladekabel in Weybridge vergessen hatte, und so war dann abends mein Akku leer und ich konnte mein Handy bis Sonntag Abend nicht benutzen. Wieder ein Moment, in dem mir auffiel, wie abhängig man heutzutage von seinem Handy ist, gerade weil ich es immer wieder automatisch aus der Tasche holte um die Zeit herauszufinden, was aber mit leerem Akku nicht möglich ist. undecided

Sonntag sind wir dann wieder recht früh aufgestanden, haben in der Unterkunft gefrühstückt und sind dann wieder mit dem Bus ins Stadtzentrum. Leider hat es den ganzen Tag geregnet und so haben wir nicht alles von unserem Plan gemacht. Wir waren aber nochmal an der Universität, die leider wieder geschlossen war, an den berühmten Mud Docks mit den bunten Häusern und in der St Mary Redcliffe Church. Zwischenzeitlich hatte es auch mal geschneit, worüber wir uns sehr gefreut haben, denn unsere Familie und Freunde hatten uns schon die letzten Tage und Wochen Bilder vom Schnee in Deutschland geschickt, aber im Süden von England gibt es leider kaum bis keinen Schnee. Ansonsten war das Wetter eben anstrengend, denn es war ziemlich nass und kalt und da macht es natürlich nicht so Spaß draußen zu sein. Wir haben trotzdem versucht das ganze optimistisch zu sehen, auch wenn die Busse uns wahnsinnig gemacht haben. Allein im Zentrum gibt es gefühlt 20 verschiedene Haltestellen und von jeder Haltestelle fährt ein anderer Bus und eh du da mal die richtige Haltestelle findest dauert es Stunden. Am Ende des Tages waren wir noch etwas im Zentrum schoppen und auf dem Weihnachtsmarkt in Bristol. Mir hat Bristol an sich sehr gut gefallen und man schafft es locker sich die wichtigsten Sehenswürdigekeiten an einem Wochenende anzusehen, ich war nur etwas vom Wetter am Sonntag enttäuscht aber das Wetter kann man leider nie ändern. Ein weiteres Ziel meiner Bucket Liste, das ich nun gesehen habe, und ich freue mich schon sehr auf die nächsten Trips im neuen Jahr. smile

Wenn man mal auf den Kalender schaut bemerkt man auch, dass Weihnachten schon in einer Woche ist, unglaublich wie schnell die Adventszeit vergeht. Auch in den letzten Jahren ging sie schnell vorbei, aber da es hier nicht mal üblich ist Plätzchen zu backen oder sich anderweitig auf die Weihnachtszeit einzustimmen, geht die Zeit noch schneller rum. Ich höre nur schon seit Wochen Weihnachtslieder, aber das ist auch das einzige was mich in Weihnachtsstimmung bringt. Ich hoffe, ihr habt eine tolle Adventszeit und ihr hört in ein paar Tagen wieder von mir.

Liebe Grüße, eure Jasmin ♥

  Bagel Frühstück bei Celina Selbstgebackene Plätzchen Weihnachtsfeier von meiner Sprachschule Kathedrale von Bristol Suspension Bridge Mud Docks Bristol

07Dezember
2017

2 Monate England geschafft! :-)

Du hast im Leben 3 Möglichkeiten: aufgeben, nachgeben oder alles geben!

Als ich diesen Spruch vor ein paar Tagen gelesen habe, wusste ich sofort, dass er super zu meiner letzten Woche passt. Auch wenn sich viele das Au Pair Leben einfach vorstellen, ist es das ganz und gar nicht. Natürlich gibt es Tage wo nicht so viel zutun ist, aber auch wir haben einen Job und Menschen, die wir zufrieden stellen müssen. Jedes Au Pair hat seine ganz eigenen Probleme und das merke ich in letzter Zeit besonders wenn ich mich mit meinen Freunden treffe oder neue kennenlerne. Viele Au Pairs geben auf, wie ich schon mitbekommen habe, doch für mich ist das keine Option. Meine letzte Woche zum Beispiel war wirklich nicht einfach, ich hatte mit einigen Problemen zu kämpfen, und trotzdem würde ich niemals aufgeben. Ich bin eine starke und ehrgeizige Person und ich bin hier her gekommen um eine 9-monatige Erfahrung fürs Leben zu machen, die mich weiter bringt und mich besser fürs Leben vorbereitet, und nicht um das Ganze nach ein paar Monaten abzubrechen, nur weil es mal schwer wird. Apropos, heute bin ich seit genau 2 Monaten in England! Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht...  surprised

Der letzte Montag war wirklich garnicht mein Tag. Es fing schon an als ich aufwachte und richtig schlimme Zahnschmerzen hatte. Solche wo du denkst dein Leben ist vorbei. Im Spiegel sah ich dann, dass es mein Weisheitszahn war der Probleme machte und für mich sah es so aus als hätte er sich entzündet. Ich entschied mich also nach dem Mittag zu einem Zahnarzt zu gehen, schließlich habe ich extra eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen für solche Fälle. Leider kam mir ein kleiner Unfall dazwischen, den ich viel schlimmer fand. Als ich mir etwas zum Mittag machen wollte und das Fach vom Gefrierschrank herauszog, fiel es mir auf einmal entgegen. An sich erstmal keine Tragödie, aber als ich es wieder reinschieben wollte bemerkte ich, dass das Fach gebrochen war. Ich war erst geschockt und dann total verzweifelt, denn ich weiß, dass es nicht der Gefrierschrank meiner Gastmutter ist, sondern von den Leuten, die ihr das Haus vermieten. Aus meiner Angst heraus schaute ich schon mal im Internet nach einem Ersatz, fand aber nicht so wirklich was. Ich rief also meine Mutter an, ich brauchte einfach jemanden zum Reden. Nach ein paar Minuten hörte ich allerdings wie jemand der Tür herein kam. Jap, es war meine Gastmutter. Es war wie Karma, denn sie ist um die Mittagszeit immer im Krankenhaus, doch ausgerechnet an diesem Tag hatte sie sich kein Mittagessen für die Arbeit gemacht. Ich erzählte Mutti sofort, dass sie da ist, und sie meinte ich soll es ihr besser gleich sagen. So kam ich also total verschüchtert und noch etwas verheult in die Küche und sie fragte mich gleich wie es meinem Zahn geht. Ich sagte in etwa "Naja, es ist schon okay" und darauf meinte sie, dass sie mir doch ansieht, dass es mir schlecht geht. Ich erzählte ihr daraufhin von meinem Versehen, entschuldigte mich und zeigte es ihr. Mein Herz hat mir bis zum Hals geschlagen, glaubt mir. Ich dachte sie wird so sauer sein. Entgegen meiner Erwartung reagierte sie total entspannt und meinte es wäre nicht schlimm, wir müssen nur einen Ersatz beschaffen, und dass es ihr genauso hätte passieren können. War das eine Erleichterung! Mein Tag war gerettet und anstatt zum Zahnarzt zu gehen, ging ich später zur Apotheke um Bonjela (eine Salbe gegen Zahnschmerzen) zu kaufen, die mir Melanie empfohlen hatte.

Am Dienstag waren die Schmerzen immernoch genauso schlimm, aber da meine Gastmutter sich den Zahn kurz angeschaut hatte und meinte, es wäre keine Entzündung, sondern er würde einfach nur rauskommen, ging ich nicht zum Zahnarzt, sondern akzeptierte den Schmerz mehr oder weniger und benutzte viel von der Salbe. Nach dem Mittag, was aufgrund der Zahnschmerzen aus Porridge bestand, traf ich mich dann mal wieder mit Sofia. Dienstag ist immer unser Tag könnte man sagen. Wir tranken etwas im Café Nero und redeten über unsere vergangenen Tage. Abends wurden die Kinder von 'meinem Gastvater' Oscar abgeholt, und so waren Melanie und ich allein. Sie kochte eine köstliche gefüllte Aubergine für uns, und ich fande sie super lecker OBWOHL ich Aubergine eigentlich gar nicht mag. Tja, man sollte halt immer offen für Neues sein. smile

Mittwoch konnte ich dann wieder ausschlafen, da die Kinder ja nicht da waren. Frühs habe ich mir Pancakes gemacht und da hat soo lange gedauert, dass ich danach gleich zur Sprachschule musste. Ich muss zugeben, dass sie Sprachschule mich nach wie vor kaum fordert, und auch wenn ich meine Klasse sehr mag, bin ich froh nächstes Jahr in ein höheres Level zu gehen. Der Rest des Mittwochs war dann auch wie immer. Donnerstag kommt mir immer vor wie der längste Tag der Woche, wobei er genauso lang ist wie jeder andere Tag auch. Ich war vormittags kurz mit dem Fahrrad in der Stadt um ein paar Besorgungen zu erledigen und dann habe ich viel geputzt. Ich muss sagen, ich muss wirklich viel mehr putzen als die anderen Au Pairs, aber es stört mich nicht wirklich, weil ich dafür nicht den ganzen Nachmittag auf die Kinder aufpassen muss wie andere Au Pairs, und weil ich dabei immer Musik hören kann.  Abends haben wir dann bereits den Weihnachtsbaum aufgestellt.  Er ist zwar unecht und ziemlich groß, aber trotzdem ist er für einen unechten Baum sehr schön muss ich sagen. Es war nur kompliziert ihn aufzustellen, denn er besteht aus 3 Teilen und man muss die stacheligen Zweige auseinanderbiegen damit er möglichst echt aussieht. Nach einer Weile war er dann fertig ausgebreitet und die Kinder fingen an ihn zu schmücken. Leider musste ich dann los, aber ich habe es mir nicht nehmen lassen zumindest die Lichterkette um den Baum zu legen mit meiner Gastmutter und 3 lilane Kugeln aufzuhängen, bevor ich mich dann mit meinen zwei französischen Freundinnen Margaux und Juliette getroffen habe. Normalerweise sehen wir uns nur in der Schule oder am Wochenende, doch an diesem Abend haben wir traurigerweise Juliettes Abschied gefeiert. Wie ich schon mal erwähnt hatte ist das Au Pair Dasein leider ein ständiges Kommen und Gehen. Einige sind unzufrieden mit ihrer Gastfamilie, andere haben Heimweh, oder sie werden von ihrer Gastfamilie einfach nicht mehr gebraucht. Die arme Juliette wurde von ihrer Gastfamilie wie eine Art Sklavin behandelt oder anders gesagt, sie hat viele Dinge machen müssen für die ein Au Pair nicht zuständig ist, wie zum Beispiel für die komplette Familie abends kochen (normalerweise muss man nur für die Kinder kochen) oder, noch viel schlimmer, als die Großeltern, Tante, Onkel und Cousinen eine Woche zu Besuch war, musste sie alleine für 10 Personen kochen und sogar deren Wäsche waschen! Kein Wunder, dass sie erstmal nachhause fliegt und nächstes Jahr dann bei einer anderen Gastfamilie direkt in London leben wird. Wir waren im Elmbridge Arms, einem Restaurant/Pub in Weybridge und hatten einen mega lustigen und schönen Abend. So viel habe ich schon ewig nicht mehr gelacht, und auch ganz ohne Alkohol habe ich mich wie betrunken gefühlt, weil wir einfach über so vieles lachen mussten!

Als ich Freitag aufstand war der Weihnachtsbaum schon komplett geschmückt, und ich muss zugeben, er sieht sehr schön aus mit Kugeln, Zuckerstangen und sogar einem kleinen Plüschherz im Baum. Meine morgentliche gute Stimmung kippte aber dezent, als meine Gastmutter meinte, dass Malachai krank ist und ich auf ihn aufpassen soll. Grundsätzlich kein Problem, aber gerade Freitag ist mein stressigster Tag weil ich da nochmal einiges im Haushalt mache, zur Sprachschule gehe und Jasmine früher als sonst abhole und mit ihr Hausaufgaben mache. Natürlich wollte Malachai aber nicht die ganze Zeit allein sein und mit mir einen Film gucken. So habe ich in Sekundenschnelle geputzt, die Treppe gesaugt und dann eine Stunde mit ihm einen Film geguckt bis ich dann aber schon wieder zur Schule musste. In der Sprrachschule haben wir dann nochmal Juliette verabschiedet und die Süße hat sogar extra wunderschöne Cupcakes für uns mitgebracht. Wer mich kennt weiß, dass ich kein Fan von Abschieden bin, und so kamen mir auch diesmal fast die Tränen als ich ihr 'Goodbye' gesagt habe. Auch wenn ich sie gerade mal seit 6 Wochen kannte, ist sie mir total ans Herz gewachsen und sie ist wirklich eine der liebsten Personen, die ich bis jetzt kennenlernen durfte. Vielleicht lerne ich hier auch besser mit dem Kommen und Gehen von Menschen klar zu kommen, denn das ist etwas, das ich noch nie gut konnte. Nach der Sprachschule war ich noch schnell einkaufen und dann bin ich so schnell ich konnte nachhause um Malachai etwas zum Mittag zu machen. Ihm ging es schon besser und so räumte ich schnell alles auf und wir spielten auf seinen Wunsch hin etwas Mario Kart auf der Wii. Kurz vor um 3 kam auf einmal meine Gastmutter der Tür herein, sehr überraschend, da sie immer bis um 5 arbeitet. Sie meinte, sie wollte wegen Malachai etwas eher nachhause kommen. Das war sehr zu meiner Freude, denn so musste ich nicht mit Chai zur Schule laufen, sondern wir fuhren alle zusammen hin um Jasmine abzuholen, die sich natürlich auch unglaublich freute. Am Freitag kam dann auch mein erstes Päckchen aus Deutschland an, eins von meiner Mutti wo pünktlich zum 01.12. mein Adventskalender, sowie Butterspekulatius und vieles mehr drin war. Danke nochmal, ich habe mich total gefreut. Wie ihr seht, es war nicht einfach alles unter einen Hut zu bekommen und klar hätte ich verzweifeln können, doch stattdessen habe ich alles gegeben und habe es auch super geschafft. smile

Samstag war ich dann mit Margaux und Zoé in London. Nachmittags waren wir am Leicester Square und dem Piccadilly Circus etwas für Weihnachten schoppen. Dieses Jahr werde ich an Weihnachten ja leider nicht zuhause sein, aber eventuell eine Woche im Januar und da möchte ich meiner Familie ein paar Geschenke nachträglich schenken. Es werden aber nur kleine, denn in meinem Handgepäck Koffer ist wirklich kaum Platz. Am Abend sind wir dann auf den faszinierensten Weihnachtsmarkt gegangen den ich je gesehen habe! Im Hyde Park ist im Moment das Winter Wonderland, und das ist einfach riesig. Wir waren auf einem Art Aussichtsturm der 75 m hoch ist, und es erinnert schon teilweise ein bisschen an das Oktoberfest denke ich, denn es gibt viele Achterbahnen, ein Riesenrad und, ihr werdet es nicht glauben, sogar ein bayrisches Dorf! Ich habe mich dort tatsächlich etwas heimisch gefühlt mit den deutschen Bratwurstständen, einigen deutschen Bierständen und einem deutschen Bäckerstand. Das lustigste ist jedoch, dass die Engländer wirklich glauben alle Deutschen essen Bratwurst und trinken Bier. Nun ja, ich bin halt das beste Beispiel für die vielen Ausnahmen, die weder Bier trinken noch unsere deutsche Bratwurst essen. Schockiert haben mich dort nur die Preise, ich meine wer bezahlt denn bitte 5 Pfund (umgerechnet ca. 6€) für eine Bratwurst oder einen Glühwein?? Unfassbar, dass es an diesen Ständen lange Schlangen gab, aber die Leute hier haben einfach zu viel Geld. Nach ein paar schönen Stunden dort sind wir dann aber auch wieder zurück nach Weybridge gefahren.

Am Sonntag habe ich mich dann mit einem deutschen Au Pair in Richmond, einem Teil von London, zum ersten Mal getroffen. Sie war das komplette Gegenteil von schüchtern, eher sehr offen und direkt, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt. Von ihr habe ich wieder ganz neue Blickwinkel erhalten, denn sie hat mir erzählt, dass ihre Gastmutter und sie viel streiten. Streiten mit meiner Gastmutter? Das könnte ich mir im Traum nicht vorstellen. Da dachte ich mir wieder, wie gut ich es doch habe und, dass ich mich wirklich nicht beschweren kann. Das Au Pair und ich sind hauptsächlich rumgelaufen und haben sehr viel geredet, und abends sind wir noch kurz, bevor es komplett dunkel wurde, in den Richmond Park gegangen. Es ist kein normaler Park, sondern einer wo Rehe und Hirsche frei rumlaufen. Das war sehr beeindruckend auf einmal 3m entfernt von einem großen Reh zu stehen. Und, wieder eine neue Bekanntschaft mit einem Au Pair, was wieder eine ganz andere Situation hat. Unsere Gemeinsamkeit ist auf jedenfall, dass wir Kämpferinnen sind. Sie erzählte mir wieviele ihrer Freunde schon aufgegeben haben oder nach Weihnachten aufgeben, aber dass sie trotz der Streitereien hier bleiben will und die Situation verbessern möchte. So bin auch ich ein Mensch, der lieber etwas ändert, als mittendrin aufzugeben.

Für jeden anderen der gerade eine schwere Zeit durch macht oder irgendwelche Probleme hat: Gib niemals auf. Nach schlechten Zeiten kommen immer bessere, doch auch die nicht so schönen Tage gehören zum Leben dazu.

P.S.: Meine Zahnschmerzen sind übrigens weg, macht euch also keine Sorgen. wink

Bis nächste Woche und liebe Grüße, eure Jasmin ♥

  Abschiedsessen mit Margaux und Juliette Päckchen aus Deutschland Christmas tree Winter Wonderland Ich im Winter Wonderland

 

27November
2017

Oxford, mein nächstes Abenteuer - seventh week!

"Jobs fill your pocket. Adventures fill your soul." - Jaime Lyn Beatty

( Jobs füllen deine Tasche. Abenteuer füllen deine Seele. )

Meine Tage unter der Woche laufen mittlerweile recht gleich ab, ich habe langsam meine Routine gefunden und so fühlt sich das Leben hier entspannter an, denn ich hetze nicht mehr so durch die Woche, sondern versuche alles auf meine 5 Arbeitstage zu verteilen. Mein Wochenende ist dann immer das Highlight auf das ich manchmal tagelang hinfiebere. Das letzte Wochenende habe ich endlich mal wieder einen Trip geplant, und zwar nach Oxford. Nicht jede Reise zu einer anderen Stadt ist gleich ein Abenteuer, aber ich kann euch versprechen, dieser Trip war auf jedenfall eins, vorallem am Ende! Doch erstmal fasse ich euch kurz die Wochentage zusammen.

Am Montag konnte ich diesmal nicht ausschlafen, denn Malachai hatte keine Schule und so brachte sein Vater Oscar ihn gegen halb 9 wieder nachhause. Ich bin also um 7 aufgestanden, habe schnell die Betten frisch bezogen, die Wäsche gewaschen und dann kam er auch schon. Zum Glück hatten wir diesmal einen Plan, und dieser war Wii zu spielen, was auch für Melanie (meine Gastmutter) in Ordnung war. Wir haben also stundenlang Wii gespielt und hatten ziemlich viel Spaß. Ich bin natürlich nicht so geübt wie Malachai, aber im Bowling war ich zum Beispiel besser als er und auch im Tischtennis habe ich ihn ab und zu geschlagen. Tischtennis hat ihm auch am Meisten Spaß mit mir gemacht, denn er meinte Jasmine und Melanie wären nicht so gut darin und da mache es immer nicht so viel Spaß, und so haben wir das ziemlich oft gespielt. Aber auch Mario Kart war echt lustig, auch wenn ich meistens verloren habe. Ich bin mir aber sicher, wir werden das in meinen nächsten Monaten hier noch einige Male spielen und vielleicht bin ich ja irgendwann besser als er. Nach unserem Wii-Vormittag haben wir dann zum Mittag Pizza gegessen, er hat noch ein paar Hausaufgaben gemacht und danach wurde er auch schon von seinem Freund Edward und dessen Mutter zum "Playdate" abgeholt (ein Playdate ist nichts anderes als ein normales Treffen zwischen zwei Freunden, nur hier gibt es diese Bezeichnung dafür). Der restliche Montag verlief dann wie immer. smile

Dienstag habe ich mich wie eigentlich jede Woche mit Sofia in einem Café getroffen, sie hat mir über ihre Wanderung an der Küste erzählt, die leider im puren Regen statt fand, und ich habe ihr von meinem Trip zum Windsor Castle berichtet. Ansonsten habe ich, ebenfalls wie jeden Dienstag, die ganze Wäsche gebügelt und anschließend habe ich noch versucht den Gemüse-Auflauf zu kochen, den meine Gastmutter einige Wochen zuvor mit mir gemacht hat, aber der ist mir leider nur zum Teil gelungen. Man konnte es essen und es war auch nicht schlecht, aber die Käsesoße war am Ende mehr Wasser als eine Soße und auch an sich hat das Ganze etwas lasch geschmeckt. Melanie war trotzdem froh, dass sie abends nichts kochen musste, denn sie hatte langen Dienst und die Kinder waren bei ihrem Vater. Wirklich zufrieden war ich aber trotzdem nicht, wobei ich auch ohne Rezept und nur mit meinen Erinnerungen gekocht habe (vielleicht nicht die beste Idee).

Den nächsten Tag habe ich mal gaaanz entspannt angefangen. Ich konnte ausschlafen, habe mir zum Frühstück Haferbrei gemacht und dann habe ich mir ein Bad genommen. Danach ging es mir super gut und ich glaube ich war die ganzen 7 Wochen hier noch nie so entspannt! Nach meiner Sprachschule und nachdem ich Jasmine von der Schule abgeholt habe, wurde mein Mittwoch allerdings zum stressigsten Tag der Woche. Als wir zuhause ankamen, war im ganzen Haus das Licht an, doch vor der Tür war kein Auto. Ziemlich verwundert schloss ich die Tür auf, und Melanie erzählte mir drinnen, dass sie an der Arbeit ihre Einmal-Kontaktlinsen raus genommen hatte und ihr dann auffiel, dass sie ihre Brille zuhause vergessen hatte. So konnte sie natürlich nicht Auto fahren, also hat ihre Kollegin sie nachhause gefahren. Eh ich das alles verstanden hatte dauerte es schon eine Weile. Nun hatte sie sich ein Taxi bestellt, um zum Krankenhaus zu kommen und ihr Auto, diesmal mit Brille, zu holen. Nach einer guten viertel Stunde rief sie jedoch Malachai an und meinte, sie hätte anstatt ihrem Schlüssel meinen mitgenommen, und an dem ist kein Autoschlüssel dran. Sie meinte wohl etwas mit Jasmine und ich sollen mit dem Taxi nachkommen und ihr den richtigen Schlüssel bringen, aber Malachai hatte nicht verstanden, ob sie uns eins bestellt oder ob ich eins bestellen soll. Das Chaos war perfekt als auf einmal die Lebensmittel geliefert wurden (meine Gastmutter bestellt das Essen meistens im Internet, damit sie nicht einkaufen gehen muss - auch etwas, das ich aus Deutschland noch nicht kannte). Sie hatte vergessen mir zu sagen, dass die Lieferung heute kommt, und so wollte der Mann erstmal meinen Personalausweis sehen, um zu prüfen ob ich 18 bin und dann wissen in welchem Verhältnis ich zu Melanie stehe. Nach einigen Minuten brachte er dann die 5 Boxen in die Küche, ich unterschrieb und dann haben die Kinder und ich alles im Kühlschrank und in den Schränken verstaut, was auch eine halbe Ewigkeit gedauert hat. Als ich mich gerade dazu entschieden hatte ein Taxi zu rufen, rief meine Gastmutter an, dass sie jetzt eine halbe Stunde auf uns gewartet hat, aber zum Glück eine Freundin gefunden hat, die sie nachhause fährt um den Schlüssel zu holen und dann wieder zum Krankenhaus fährt. Ich habe den Kindern zwischenzeitlich Essen gemacht und dafür gesorgt, dass sie bettfertig sind. Die beiden waren auch ziemlich fertig nach dem Stress. Meine Gastmutter kam dann irgendwann abends fix und fertig wieder, trank erstmal ein Glas Wein und nahm eine warme Dusche zur Entspannung. Sie war aber dankbar, dass ich die Situation so gut im Griff hatte, und so gingen wir gegen um 9 alle erschöpft ins Bett.

Mein Donnerstag war dann wieder ein ruhiger Tag, ich habe tagsüber das Haus geputzt und abends war ich mit ein paar Freunden in einem Pub, weil meine Sprachschule wieder mal einen Abend organisiert hatte. Diesmal stand auf dem Plan das Spiel "Beetle Drive". Das jetzt komplett zu erklären würde echt lange dauern, aber es ist jedenfalls ein Würfelspiel, in dem man mit jeder Augenzahl ein anderes Körperteil eines Käfers auf sein Blatt malen darf und wer am Ende einen ganzen Käfer hat, gewinnt. Das Glück war an diesem Abend mit mir und so gewann ich eine von vier Runden und wurde am Ende zweiter Platz von ungefähr 30 Leuten. Das Beste daran war, dass ich Süßigkeiten (Malteser und Toblerone Schokolade) gewann. tongue-out

Der letzte Wochentag, Freitag, war dann wie immer etwas stressig mit Schule und Treppe saugen und allem. Auch musste ich Freitag abend babysitten, weil Melanie eine Extraschicht machen musste. Ich musste allerdings nur auf Jasmine aufpassen und das war einfacher als gedacht. Nach der Schule machte ich ihr erstmal einen Snack und dann machte sie ihre Hausaufgaben. Da es eine Kreativaufgabe zu den römischen Bädern war und Jasmine sehr kreativ ist, nahm sie sich sehr viel Zeit dafür und war erst nach über einer Stunde fertig. Wir haben dann noch eine Runde Mario Kart gespielt, was auch wieder super lustig mit ihr war und dann habern wir gemeinsam Abendessen gegessen. Bevor Melanie nachhause kam, haben wir dann noch zwei Folgen Wallace & Gromit geschaut, ihre Liebelingsanimation, und haben uns dabei zu zweit unter die Decke gekuschelt. Das war mega schön und ich glaube an diesem Abend haben wir unser Verhältnis noch mehr gestärkt. Als ich ins Bett ging, rief sie mir sogar "Night night" und "Love you", was sie sonst nur mit ihrer Mutter macht. Seit diesem Abend fühle ich mich richtig aufgenommen in der Familie, und so bin ich auch überglücklich ins Bett gegangen. smile

Am Samstag war es dann wieder mal Zeit für ein Abenteuer. Wie ihr sicherlich gemerkt habt war ich die letzten Wochenenden viel in London und der Umgebung, aber dafür bin ich leider gar nicht gereist, und das, obwohl noch so viele Orte auf meiner Liste stehen. Also entschieden meine Freundin Margaux (aus Frankreich) und ich nach Oxford zu fahren. Es war zwar ziemlich kalt draußen, aber dafür strahlend blauer Himmel und ich muss sagen, Oxford ist eine wunderschöne Stadt und ich habe mich echt ein bisschen in all die Gebäude und die Architektur verliebt. Man hat dort das Gefühl, die ganze Stadt ist eine Universität. Überall sind Colleges und andere Gebäude die zur Universität gehören, und die meisten davon sehen aus wie Kirchen oder andere Sehenswürdigkeiten und man kann es kaum glauben, dass sie ein Teil der Uni sind. Wir haben uns unter anderem die Kathedrale, die Bridge of Sighs (eine Brücke), die All Saints Kirche und das Sheldonian Theatre angeschaut, aber leider nur von außen, denn man muss für alles Eintritt bezahlen. Besonders beeindruckt war ich allerdings von der Radcliffe Camera, die nicht nur wie ein wunderschöner Dom aussieht, sondern auch so gewaltig groß ist, dass man den Blick einfach nicht von ihr wenden kann. Ich stand bestimmt eine halbe Stunde davor, habe Bilder gemacht und war einfach überwältigt von der Schönheit dieses Gebäudes. Kaum zu glauben, dass es kein Dom ist, sondern einfach ein Gebäude in dem Vorlesungen gehalten werden. Margaux und ich stimmten überein, dass man sich in Oxford als Student ein bisschen königlich fühlen muss aufgrund dieser historischen und beeindruckenden Bauwerke, in denen sie leben und studieren. Ein unvergessliches Erlebnis war auch der Chor, den wir uns in einer der Kirchen angehört haben. Am Nachmittag gingen wir dann in die Christ Church, ebenfalls ein College von Oxford, das mehr einer Kirche ähnelt als einem Teil der Universität. Wir mussten zwar Eintritt zahlen, aber ich wollte in wenigstens ein College gehen, um einen besseren Eindruck davon zu bekommen. Sehr viel konnte man sich leider nicht anschauen, da auch sehr viel privat ist, aber was man sehen konnte war einer der Räume, in dem tatsächlich Harry Potter gedreht wurde. Auch wenn ich kein großer Fan von Harry Potter bin, sah ich sofort die Szenen vor mir die dort gedreht wurden. Es ist der große Speisesaal mit den langen Tischen wo sie immer ihr Essen einnehmen im Film. Dieser Raum beeindruckte mich auch sehr zugegebenermaßen. smile

Es war ein unglaublich faszinierender und schöner Tag in Oxford mit Margaux und wir hatten viel Spaß, doch dass unser Abend noch so verrückt und chaotisch enden würde, hätte wohl keiner gedacht. Es fing damit an, dass unser Zug viel Verspätung hatte und ewig nicht kam. Als er dann kam, wussten wir allerdings nicht ob wir unsere Anschlusszüge noch kriegen würden. Also schauten wir schon mal nach den nächsten Zügen von Reading aus. Wir sind dann unglücklicherweise in den ersten Zug gestiegen, der auf uns gewartet hatte, dachten aber wir wären im zweiten Zug der keine Verspätung hatte. So fuhren wir in dem Glauben in Virginia Water das letzte Mal umzusteigen, doch leider wäre es Basingstoke gewesen. Wir hielten also in Basingstoke und hatten keine Ahnung, denn wir warteten ja auf eine andere Haltestelle. An jeder weiteren Station sagten Margaux und ich uns immer wieder (auf englisch natürlich), dass wir ja immernoch nicht in Virginia Water waren, aber es bestimmt der nächste Halt ist. Irgendwann kam uns das ganze äußerst komisch vor. Plötzlich realisierten wir, dass wir viel zu weit gefahren sind und stiegen promt aus. Doch ihr könnt euch nicht vorstellen wo wir gelandet sind. In Southampton an der Südküste Englands! Damit hätten wir beide nicht gerechnet und so waren wir erst geschockt, dass wir komplett unser Ziel verfehlt haben, und dann brachen wir beide in schallendes Gelächter aus. Ich meine, wann ist man schon mal zufällig an der Küste? Leider kamen wir nicht aus dem Bahnhof raus, da wir kein gültiges Ticket hatten und so nicht durch die Maschinen kamen, aber wir warteten einfach auf den nächsten Zug zurück. Das gute daran war, dass wir zu zweit waren und uns das Ganze so positiv reden konnten und wir konnten auch wirklich nicht mehr aufhören zu lachen, es war einfach zu komisch. Wir hatten auch genügend Zeit dafür, dass Margaux sich auf Deutsch vorstellen musste (Name, Alter, ...) und ich mich auf Französisch, denn wir beide haben die jeweilige Sprache des anderen einige Jahre in der Schule gelernt. Das war vielleicht ein Spaß und sie war auch sehr stolz auf mich wie gut ich das gemacht habe (ich natürlich auch auf sie, gerade weil der französische Akzent im Deutschen mega süß ist). Mit insgesamt 2h Verspätung kamen wir dann erschöpft, aber dennoch glücklich in Weybridge an, und ich bin mir sicher, dass ich dieses Abenteuer und allgemein diesen Tag niemals vergessen werde. laughing

Da unser Samstag so lang und aufregend war, entschieden Margaux und ich, zusammen mit einer weiteren Freundin aus Frankreich, Zoé, in das 10 min entfernte Woking zu fahren. Auch diesmal mussten wir lange warten, denn die Zugstrecke war für diesen Tag lahm gelegt und so mussten wir den 30 min verspäteten Bus nehmen. Ursprünglich wollten die beiden Geschenke für Weihnachten kaufen, aber sie haben nichts wirkliches gefunden. So fuhren wir gegen Abend wieder zurück und Margaux und ich waren noch lecker im Elmbridge Arms essen, einem Restaurant/Pub, das sehr beliebt in Weybridge ist (vorallem bei den Au Pairs) und in das ich schon immer mal wollte. Für mich gab es ein tolles Risotto und für Margaux einen Burger mit Süßkartoffel Pommes. So hatte meine Woche ein schönes Ende muss ich sagen. smile

Leider kommt mein Blogeintrag diesmal schon wieder verspätet, weil ich irgendwie immer beschäftigt bin wie ihr seht, aber ich gebe mein Bestes es nächste Woche früher zu schaffen.

Bis dahin, eure Jasmin ♥

Christ Church Oxford Margaux und ich Radcliffe Camera - mein Lieblingsgebäude Speisesaal von Harry Potter I love you Oxford, i love you England!

 

 

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